Pöhl Stefan: Lernbiographien von ErwachsenenbildnerInnen. Lebensgeschichtliche Einbettung der erwachsenenbildnerischen Lern- und Lehrgegestände von vier Südtiroler EwachsenenbilderInnen. (Diplomarbeit) Innsbruck 1998.


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Lernbiographien von ErwachsenenbildnerInnen

Lebensgeschichtliche Einbettungen der erwachsenenbildnerischen Lern- und Lehrgegenstände von vier lehrenden Südtiroler ErwachsenenbildnerInnen




Diplomarbeit




zur Erlangung des akademischen Grades eines Magisters der Philosophie
an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck




Eingereicht bei:
a.o.Univ.-Prof. Dr. Michael Schratz
Institut für Erziehungswissenschaften

Eingereicht von:
Stefan Pöhl




Innsbruck, Oktober 1998 [Formal überarbeitete Ausgabe vom Juli 2003]







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Abstract

Pöhl, Stefan: Lernbiographien von ErwachsenenbildnerInnen. Lebensgeschichtliche Einbettung der erwachsenenbildnerischen Lern- und Lehrgegenstände von vier lehrenden Südtiroler ErwachsenenbildnerInnen [Diplomarbeit]. Innsbruck 1998.

Fragestellung und Ergebnis

“Lernbiographie” als Einbettung eines Lerngegenstandes in die Lebensgeschichte wird in dieser Arbeit vor allem als ein gegenseitiges Bedingtsein von Lebensgeschichte und Lern- und Lehrgegenstand untersucht. Mit unmittelbaren biographischen Erfahrungen stehen die erwachsenenbildnerischen Lern- und Lehrgegenstände der vier untersuchen ErwachsenenbildnerInnen vor allem dann in Zusammenhang, wenn diese Erfahrungen akut krisenhaft bzw. problematisch in persönlicher oder familiärer Hinsicht sind oder es sich um eine Entscheidungssituation handelt. Längerfristige und mehr untergründig wirksame Zusammenhänge kennzeichnen den Lerngegenstand vor dem Einstieg in die Erwachsenenbildung in einer Erfüllungsfunktion durch Realisierung von individuellen Ausbildungs- und Berufswünschen, von sozialen Fähigkeiten und von aus der näheren sozialen Umgebung erwarteten Rollen. Mit der Entwicklung zum Lern- und Lehrgegenstand wird dieser von krisenhaft erworbenen Fähigkeiten, andernorts nicht erreichten Berufsvorstellungen und nachträglicher Kompensation von Diskriminierung bestimmt, er hat also eine Lösungs-Funktion. Der erwachsenenbildnerische Lern- und Lehrgegenstand seinerseits wirkt auf die Gesamtbiographie, indem an ihm erstmals wichtige biographische Themen relevant werden und indem er zum Ausgangspunkt einer Auslagerung von Bedürfnissen und Wünschen, die er selbst nicht abzudecken vermag, wird. Weniger auf die Fragestellung zentrierte Ergebnisse hinsichtlich des Einstiegs in die Erwachsenenbildung und in die Lehre in der Erwachsenenbildung sind mit ausgearbeitet.

Die Inhalte

Kapitel 1: Methode
Einleitend wird die biographische Methode als Forschungsmethode und als Bildungsansatz vorgestellt. Als Forschungsmethode dient sie der Datengewinnung und Dateninterpretation, wobei sie sich nach 5 Ansätzen (chronologischer, lebensgeschichtlicher, anthropologischer, milieutheoretischer Ansatz) richten kann. Aus Literaturrezensionen und aus einzelnen Beiträgen werden dann die Gegenstände der Biographieforschung und die Ausrichtungen der biographischen Methode als Bildungsansatz (Biographiearbeit) zusammengetragen und nach erwachsenenbildnerischen und zielgruppenorientierten Kategorien systematisiert. Der angewandte Forschungsprozeß wird bezüglich der Datenerhebungsmethode narratives Interview, der Transkription und der Interpretation beschrieben. Der im Rahmen dieser Arbeit angewandte Interviewtyp ist der des lebensgeschichtlichen Gesprächs, das auf die Relevanzen in der erzählten Lebensgeschichte zielt. Fritz SCHÜTZE und Ralf BOHNSACK sind dabei die Referenzen aus der Literatur; aus den Lehrveranstaltungen von Heinz BLAUMEISER stammten zusätzlich praktische Ratschläge zu allen Forschungsphasen und das Grundkonzept der Auswertung. Auf den Forschungsprozeß und die Methode bezogene Reflexionen runden diesen praxisorientierten Methodenteil ab. Unter “ Methodologisches” erfolgt eine Standortbestimmung der Vorgehensweise nach BLAUMEISER im Feld qualitativer Sozialforschung anhand von Uwe FLICKs “Stationen des Qualitativen Forschungsprozesses”, wobei die Interpretation zusätzlich u.a. mit MAYRING diskutiert wird.

Kapitel 2: Thema
Die Darstellung des Zustandekommens des Forschungssamples und die Explikation des Themas und der Fragestellung inklusive einer Verortung im Feld der Biographieforschung leiten diesen Teil der Diplomarbeit ein. Der erzähl- und biographietheoretischen Interpretation sind einige biographietheoretischen Konzepte vorangestellt (u.a. von Fritz SCHÜTZE und Peter ALHEIT), welche in die Interpretation dann eingebracht sind. Dieser Interpretations-Teil besteht aus der Aufzählung und Diskussion der mit der Software zur qualitativen Textinterpretation Atlas.ti aus den vier traskribierten lebensgeschichtlichen Gesprächen erstellten Codes nach den erzähltheoretischen Kategorien Geschichten, Beschreibungen, biographischen Kommentare, Argumentationen, Codas, Themen, Motive, Oberthemen und Leitmotive. Die acht erwachsenenbildnerischen Lehrgegenstände der vier interviewten ErwachsenenbildnerInnen werden nun aus dieser Interpretation extrahiert. In der themenzentrierten Interpretation werden mit siebzehn Hypothesen die drei Phasen “Auftauchen und Entwicklung des Lerngegenstandes”, “ErwachsenenbildnerIn werden und Lehren”, und “Eintritt in die Erwachsenenbildung und Weiterentwicklung des erwachsenenbildnerischen Lern- und Lehrgegenstandes” (sowie der Lern- und Lehrstil) auf der erzähl- und biographietheoretische Interpretation aufbauend untersucht. Die Hypothesen stammen vom ersten untersuchen Fall, aus der Literatur (Elisabeth BRUGGER) und aus den bewußtgemachten Vorurteilen des Autors. Mithilfe der Interpretationssoftware Atlas.ti ist eine sehr breite Verankerung der Interpretation in den Interviewtexten möglich. Der Bezugspunkt der themabezogenen Interpretation ist vor allem die Fragestellung und Explikation des Themas. Begleitende Theorieelemente (Michael SCHRATZ, Kurt EGGER) sind eingebracht. Im Anhang sind die 4 transkribierten lebensgeschichtlichen Gespräche vollständig wiedergegeben.


Interpretationsbeispiel

Ein Beispiel aus der Interpretation mit der Software zur Auswertung qualitativer Daten Atlas.ti: graphische Darstellung einiger Zusammenhänge aus dem lebensgeschichtlichen Gespräch mit der Erwachsenenbildnerin W39.


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