Pöhl Stefan: Lernbiographien von ErwachsenenbildnerInnen. Lebensgeschichtliche Einbettung der erwachsenenbildnerischen Lern- und Lehrgegestände von vier Südtiroler EwachsenenbilderInnen. (Diplomarbeit) Innsbruck 1998.
M42-1,
Lebensgeschichtliches Gespräch (November 1997)
1 M42: Ja also, kommen tue ich aus einer Unternehmer familie, und
2 ähh meine Mutter, war Lehrerin, und mein Vater eben Unternehmer
3 Holz in der Holzbrache tätig, fünf Kinder und äh sind
eigentlich
4 äh relativ streng und doch sehr liberal erzogen worden, liberal a
5 in dem Sinn daß wir eigentlich äh unseren Eigensinn eigentlich
6 schon ausleben durften auf der anderen Seite relativ streng der
7 Vater relativ wenig Zeit gehabt für die Familie und
8 dementsprechend wenn er Zuhause war hat es halt seine Ordnung
9 gebraucht, äh das hat sicher mein Leben ja auch geprägt aber
nicht
10 so einschneidend, was für mich einschneidend war war eher das
11 Erlebnis mit der Schule, ich bin eigentlich äh ein sehr
12 aufgewecktes und sehr rebellisches Kind gewesen, und habe mich äh
13 gegen grundsätzliche Dinge also man darf das nicht tun, man das
14 gehört sich nicht gegen solche Sachen habe ich mich grundsätzlich
15 gewehrt, und das hat schon die ersten Schwierigkeiten gegeben äh
16 in der Volksschule kann ich mich erinnern eine an eine Episode, wo
17 ich als rebellisches Kind auf eine Mahnung hin ich sollte endlich
18 Ruhe geben und äh und ich soll mir nichts einbilden bin ich
19 aufgesprungen und habe äh die Lehrerin angepfiffen, was sie sich
20 überhaupt untersteht sie wird (wohl) nicht wissen wer ich bin, das
21 war einmal so das hat mir die Lehrerin einige Jahre später einmal
22 erzählt, also ich war eigentlich mit einem ausgeprägten
23 Gerechtigkeitssinn ausgestattet, äh sehr rebellisch äh konnte
24 nicht sitzen mußte immer bewegen hatte große Mühe
äh das zu
25 akzeptieren und das zu verstehen daß ich äh da brav sitzen
muß und
26 eigentlich äh äh ja da einem Unterricht folgen muß
äh der
27 eigentlich gegen mein Naturell war, n eine andere Geschichte
28 diesbezüglich war die äh ich bin das einzige Kind gewesen was
29 nicht meine Mutter in der Schule gehabt hat, aber mein Mutter hat
30 in der Schule unterrichtet wo ich auch Schule gegangen bin, und
31 demzufolge äh hatte ich eigentlich zwar immer die Möglichkeit ein
32 bißchen ausweichend zu arbeiten das heißt äh wenn es um
die
33 Schularbeit gegangen ist um die Hausaufgaben konnte ich mich immer
34 ein bißchen äh drücken was bei meinen Geschwistern ja nicht
35 möglich war net denn die klarerweise haben ja von meiner Mutter
36 die Aufgabe bekommen demzufolge hat es da keine Ausrede gegeben äh
37 ich war bis in der zweiten Volksschule relativ schwach in
38 Mathematik, und äh da hat meine Mutter irgendwanneinmal äh an
39 einem Sonntag zu mir gesagt das war im Winter, also bevor du nicht
40 zusammenzählen wegzählen multiplizieren und dividieren kannst,
das
41 muß man sich vorstellen das war zweite Volksschule, davor gehst du
42 mir nicht mehr vor das Haus, innerhalb einer Stunde habe ich
43 gekonnt zusammenzählen wegzählen dividieren multiplizieren weil
44 mir war das Außerhausgehen sehr wichtig und vor allem Rodl Rodln
45 fahren, und von diesem Zeitpunkt an war ich in Mathematik immer
46 der Beste, also das heißt wenn man mich unter Druck gesetzt hat
47 und äh mir der Druck so gemacht wurde daß mi daß ich auf
etwas
48 verzichten mußte was mir sehr wichtig war dann habe ich auch die
49 Energie gefunden das schnell zu lernen also ich war eigentlich
50 relativ schnell von Begriff aber habe mich gegen Systeme gewehrt,
51 so das war so meine erste Geschichte in der vierten Klasse
52 Volksschule äh hatte ich eine Auseinandersetzung mit einem Lehrer,
53 äh der wollte mir weismachen daß ich bei einer Mathematikaufgabe
54 falsch gerechnet habe und ich habe ihm bewiesen daß er falsch
55 gerechnet hat, und äh das hat sich dann so ausgedrückt
daß er mir
56 fast so ein bißchen emotional den Krieg erklärt hat und
daraufhin
57 hat die Mutter entschieden daß ich nicht mehr in [Dorf 1] Schule
58 gehe sondern in [Stadt 1] dann bin ich nach [Stadt 1] gegangen,
59 danach äh weil eben mein Familie oder meine Eltern ja beruflich
60 tätig waren bin ich in der Mittelschule ins [Internat 1] gekommen,
61 mein Bruder mein älterer Bruder ich bin der zweitälteste ist auch
62 schon vorher im [Internat 1] gewesen, und dort habe ich auch
63 wieder so ein Erlebnis gehabt das heißt ich konnte nicht
64 verstehen, wie man in eine Schule gehen kann wo es keine Mädchen
65 gibt, und das hat sich so ausgedrückt daß ich zuhause geweint
habe
66 also richtig Heimweh empfunden habe und mich emotional stark
67 gewehrt habe äh dann aber im [Internat 1] dieses Heimweh umgelegt
68 habe in destruktive Energie, also ich war nur in auf Schäden aus,
69 Beispiel, ich habe gemerkt daß der Regens über die Stiegen
70 raufgeht er war ein bißchen ein behäbiger Mensch ich lauf hinauf
71 ins Unterdach nehme Schwung mit meinen Lederschuhen hänge mich
72 beim Stiegengeländer ein und rutsche hinunter und ihm voll in den
73 Bauch hinein net daß er umfällt und keine Luft mehr kriegt und
ich
74 durfte eben dann drei Stunden nicht Kirchengehen net, oder ich
75 habe mich freiwillig äh zum Küchendienst gemeldet aber nicht weil
76 ich gerne Küchendienst mache weil ich draufgekommen bin wenn du
77 Schokolade und äh Speck mitnimmst und du tust sie in die üblichen
78 Orte im Schuhputzmittel oder im Schrank dann wird dir dir das
79 genommen also habe ich mich freiwillig zum Küchendienst gemeldet
80 und habe meine Sachen also Schokolade und Speck habe ich dann im
81 Eisschrank der hauseigenen Küche aufbewahrt und hatte eigentlich
82 bei der Pause immer etwas besonderes und die sind die lange die
83 längste Zeit nicht draufgekommen wo das herkommt, oder ich äh,
84 habe eben äh beim Geschichtsunterricht sind wir draufgekommen
daß
85 es La das [Internat 1] ein Lazarett war, und da sind wir beim
86 Professorentrakt ins Unterdach hinaufgeschlichen und haben achtzig
87 Kilo Schießpulver gefunden sind über die Mauern geklettert haben
88 und haben Schreckrevolver gekauft und haben äh die Hülsen also
die
89 Patronen mit äh Schwarzpulver gefüllt und haben gewartet bis die
90 Klosterfrauen kommen Wäsche aufhängen und die haben wir so
91 erschreckt daß die kopfüber alles stehen gelassen haben und dann
92 haben wir mit den Zwiebeln die sie zum Trocknen gehabt haben haben
93 wir die Taubenschläge hinuntergeschossen und die Nüsse die sie
zum
94 Trocknen gehabt haben die haben wir alle aufgegessen net das ist
95 soweit gegangen daß man mich nach der zweiten Mittelschule, nach
96 Hause geschickt hat hat gesagt also Christian du bist zwar äh ein
97 sehr lieber Schüler aber wahrscheinlich ist das nicht die richtige
98 Schule muß dazu noch sagen daß ich hochmusikalisch war, und die
99 aus dem Grund war weil ich äh (Schlucken) eigentlich von Zuhause
100 aus sind wir eine sehr musikalische Familie und ich habe drei
101 Instrumente gespielt und war äh im Singen sehr gut und von der
102 ersten Stunde an war ich sofort Solosänger und aus dem Grund haben
103 sie mich lange behalten weil für das Singen war ich für sie
104 wichtig Theaterspielen und dieses ganze Zeug, habe dann eben zwei
105 äh starke Mittelohrenentzündungen gehabt und das innere
Gehör
106 verloren, und dann klarerweise war es auch das Problem vom Singen
107 her, dann bin ich in die Mittelschule dritte Klasse [Stadt 1]
108 gekommen, und ähh klarerweise Italienisch hat man ja nichts gut
109 nicht gut gelernt im [Internat 1] aber in allen anderen Fächern
110 war ich top, und äh, das hat äh auch dahin geführt
daß ich
111 eigentlich äh am Anfang fast ein Musterschüler war wie ich halt
112 fachlich einen Vorsprung gehabt habe habe mich aber dann relativ
113 schnell äh emotional erholt und war dann relativ schnell auch
114 wieder der Oberramml, am Anfang bin ich gekommen und habe jedem
115 die Hand gegeben, grüß dich ich bin der [M42-Vorname] net und
das
116 hat sie ja klarerweise zum Lachen gebracht die [Stadt 1]er Schüler
117 net also so brav war aus dem Internat kommt und so brav ist, aber
118 dann hat sich das relativ schnell geändert, bin dann nach der
119 Mittelschule äh in die Handelsschule gegangen und hatte eigentlich
120 in der Mittelschule schon entscheiden, daß ich Handelsschule gehe
121 aber nicht um einen kaufmännischen Beruf auszuüben im Schp Sinne
122 von irgendwo Buchhalter oder was, sondern ich habe dort schon
123 gewußt daß ich Wirtschaft studiere . habe diese fünf
Jahre eher
124 mühsam, über die Runden gekriegt und zwar weil ich äh der
Meinung
125 war, ich habe relativ schnell erkannt daß das eigentlich die
126 falsche Schule war, ich habe mich eigentlich nirgends schwer getan
127 ich habe aber auch nichts getan, also das hat dahin geführt daß
128 ich in der zweiten Klasse zum Beispiel, alles Sechser kri gehabt
129 habe am Ende außer in Turnen einen Achter, und der Direktor hat
130 mir für meine ausgeglichene Leistung hat er mir gratuliert, äh
131 dieser Gerechtigkeitssinn den was ich schon vorher an gesetzt habe
132 den habe ich noch mehr ausgeprägt äh äh sehr rebellisch
ausgelebt
133 und das war genau die Zeit wo die Schulreform Fuß gefaßt hat
und
134 äh dort äh haben wir dann aufgrund der Schulreformgesetze konnten
135 wir einmal haben wir unsere Freiheit definiert die Direktoren und
136 Professoren waren re schlechter vorbereitet als wir dort hat es
137 relativ starke Schulbewegung gegeben so die Nachzügler von den
138 Achtundsechzigern und demzufolge sind wir auf die Straßen
139 gegangen haben haben äh äh Sitzungen abgehalten äh wo wir
äh dann
140 Transparente also Vollversammlungen wo wir dann gewählt wurden,
141 und äh da hat es eben so auch eine Episode gegeben äh wo wir dann
142 effektiv auf die Straße gegangen sind und äh das hätte
dann fast
143 so weit geführt daß es dem Professor und einigen Professoren den
144 Kragen gekostet hätte wenn wir weiter gegangen wären weil wir
145 draufgekommen sind daß sie etwas Unrechtes getan haben, äh das
hat
146 mich jetzt war das heißt das Jahr vorher äh bin ich dann ja auch
147 durchgefallen also ich habe die dritte Klasse zwei Mal gemacht,
148 weniger weil ich es nicht geschafft habe sondern äh weil ich
149 einfach ja nichts getan habe und immer rebellisch war also ich war
150 der erklärte Oberramml, äh wie gesagt sobald ich das zweite Mal
151 wiederholt habe habe ich diese destruktive Lausbubenmentalität
152 eher in äh organisierte, äh Protest in organisierten Pros Protest
153 umgelegt indem ich sozusagen Schulpolitik gemacht habe, das ist
154 soweit gegangen daß ich dann in der fünften Klasse war ich dann
155 effektiv äh Studentenführer im Klassenrat im Schulrat im
156 Disziplinarrat und habe eigentlich äh es soweit getrieben daß
ich
157 äh daß wir zu fünft im Grunde bestimmt haben was in der
158 Handelsschule in [Stadt 1] zu passieren hat also der Direktor hat
159 mich mit Kollege angesprochen, soweit habe ich es getrieben, und
160 äh habe dann meine Mutter so weit gebracht daß sie sich
geweigert
161 hat äh Elternsprechtage zu gehen, und daraufhin habe ich
162 entschieden daß ich selber Elternsprechtag gehe
163 I: (verhaltenes Lachen)
164 M42: Äh dann hat man mich äh nicht äh empfangen wollen, und
165 nachdem ich ja die Statuten gut gekannt habe bin ich zum Direktor
166 hin habe ihm die Statuten vorgelesen der neuen Schulreform und
167 daraufhin mußte er mit mir hinuntergehen und die Professoren
168 überzeugen daß sie mich zu empfangen haben das hat einigen Unmut
169 ausgelöst aber dann haben äh sie es doch akzeptiert und ich bin
170 dann regelmäßig zu den Elternsprechtagen hin ich persönlich
171 hingegangen und habe eben mit ihnen besprochen was ihnen nicht
172 paßt und mir nicht paßt, äh das äh hat sie zwar
sehr gestört und
173 äh aber sie haben auf der andern Seite war bei einigen Professoren
174 ist doch ein bißchen der Groschen gefallen also wir haben eine
175 recht gute Sympathie entwickelt also das klassische Vorurteil
176 gegenüber Professoren ist bei einigen dann gefallen und wir haben
177 eigentlich eine große Sympathieeben entwickelt und ich war
außer
178 mit einem Professor in der Maturaklasse mit jedem per du und äh
179 die konnten mich auf der Duebene viel besser motivieren, äh wie
180 auf der Sieebene, also das heißt wir haben sie haben mich dann eh
181 entweder in die Verantwortung gepackt äh oder sie haben mich bei
182 der Ehre gepackt, äh ein anderes Beispiel was im Rahmen meiner
183 ganzen Entwicklung also ich habe immer protestiert gegen das äh
184 den Einfrontenunterricht, und das habe ich auch bei den
185 Elternsprechtagen eben zum Beispiel den Professoren vorgebracht
186 und habe mich eigentlich gewehrt daß man eigentlich da Zuhörer
ist
187 und bestraft wird wenn man etwas tut was ihnen nicht paßt und
188 belohnt wird wenn man etwas tut was ihnen paßt, ich habe einen
189 Professor zum Beispiel gehabt der war so langsam im Reden daß ich
190 ihm immer die Sätze fertiggemacht habe, äh das habe ich halt be
191 bewußt gemacht daß er auf hundertachtzig gegangen ist net,
und äh
192 dann habe ich sobald er gekommen ist habe ich zum Beispiel gesagt
193 na hoffentlich prüft er mich nicht weil heute bin ich nicht
194 vorbereitet dann habe ich schon gewußt jetzt prüft er mich net
195 und, äh also den habe ich echt, äh ein bißchen an der Nase
196 herumgeführt, also im Grunde hat mir die fünf Jahre in der
197 Handelsschule beziehungsweise sechs haben mir äh eigentlich von
198 meiner Entwicklung her sehr gut gepaßt weil ich mich richtig
199 ausgetobt habe äh ich habe äh zwar da lange gekaut an diesem
äh
200 Wiederholen äh und zwar weniger von der Schule aus, dort habe ich
201 eigentlich sch relativ schnell Rache geschworen indem Sinn daß ich
202 gesagt habe diesen werde ich es allen noch zeigen, aber mein Vater
203 hat etwas getan was ich von meinem Vater nicht erwartet habe er
204 war in meinen Augen ja ein autoritärer Mensch, und ich komme nach
205 Hause, und gehe bei ihm vorbei und er schreit vorbei vom Büro
206 heraus, dann wie ist es gegangen?, dann habe ich gesagt ich komme
207 gleich gehe in die Toilette habe mir kurz überlegt was ich sage
208 gehe wieder raus gehe ih zu ihm ins Büro rein und sage je ich bin
209 durchgefallen dann sagt er, nein bevor er bevor ich das sage sagt
210 er hast Arsch gehabt und bist durchgefallen gel, und ich schaue
211 ihn an dann sage ich ja durchgefallen bin ich und ich habe mir
212 eigentlich erwartet er schimpft mit mir, das hat er nicht, äh und
213 äh diese Bemerkung die er gemacht hat die hat mich so getroffen,
214 wo ich mir gedacht habe der nimmt mich ja gar nichteinmal ernst
215 der hat sich das fast erwartet daß ich durchfalle, und des hat
216 mich schon ein bißchen irritiert und eine Woche drauf hat er mir
217 sogar noch mein Taschengeld erhöht, äh und d das hat b mit mir
bei
218 mir überhaupt nicht mehr alles zusammengepaßt, da habe ich mir
219 eigentlich äh so angefangen so ein bißchen so ab der vierten
220 Klasse habe ich angefangen so ein bißchen meine organisatorischen
221 Fähigkeiten die ich ja immer gehabt habe äh ein bißchen
222 auszuleben, und zum Beispiel äh hat das soweit geführt
daß äh
223 diese fünf Leute wir haben uns patto d'accaio (Stahlpakt)
geheißen
224 es waren fünf Buben, die haben eigentlich immer bestimmt was
läuft
225 einmal in der Klasse in der fünften Klasse wie ich es vorhin schon
226 gesagt habe sogar schulweit, äh wir haben bestimmt wer bei der,
227 beim Ausflug beim Maiausflug wer von den Professoren mitzugehen
228 hat, wir haben bestimmt wo es hinzugehen hat, äh wie das Programm
229 abzulaufen ist äh in der fünften Klasse sind wir so weit gegangen
230 daß wir eigentlich äh den Schulunterricht so genossen habe wie
231 eine Universität erster Stunde gekommen zweite Stunde gegangen
232 dritte Stunde in der Stadt gewesen vier fünfte Stunde wieder
233 gekommen und nachdem wir immer selber unterschrieben hatten weil
234 wir alle achtzehn Jahre waren und der Direktor das falsch
235 interpretiert hat hat er gesagt jaja wenn sie selber wenn sie
236 selber unterschreiben müssen sie selber verantworten dann wird das
237 schon stimmen net, ähh das hat er uns sagen wir diese Freiheit
238 haben wir schon genossen net, endlich frei von, net das hat schon
239 gepaßt, aber, wir waren dann da sehr ehrgeizig und mit dem
240 Direktor haben wir dann eine große Sympathieebene aufgebaut und er
241 hat das eigentlich recht raffiniert gemacht indem er gekommen ist
242 und hat gesagt also äh sein Aushängeschild ist immer die
fünfte
243 Klasse und er würde sich freuen wenn seine Maturaklasse äh
glänzt
244 und zwar landweit und das hat uns bei der Ehre gepackt, und ahm
245 unser Direktor ist leider schon gestorben aber das war wirklich
246 eine ehrenwerte Person und äh zu dem konnten wir dann immer
247 hinaufgehen net und uns beklagen wenn die Professoren nicht so
248 getan haben daß wir das Ziel erreichen, und durchwegs bin ich zu
249 den mit den Professoren zum Direktor gegangen nicht die
250 Professoren zu mir äh mit mir, also kaum ist etwas passiert habe
251 ich gesagt gehen Sie mit mir das muß ich mir von Ihnen nicht
252 gefallen lassen net da muß Ordnung her, äh das hat dann soweit
253 geführt äh daß wir äh einmal den Maturaball, so
organisiert haben
254 äh daß wir eine eigene Projektgruppe eingesetzt haben zum
Direktor
255 hinaufgegangen sind und haben gesagt Herr Direktor Sie wollen doch
256 glänzen mit Ihrer Schule, also brauchen wir mindestens eine Woche
257 vorher und eine Woche nachher Nachmittag immer frei, er ruft den
258 Schulrat ein, ist entschieden worden, dann sind wir in die Bank
259 gegangen, das ist jetzt eben zweiundzwanzig Jahre her, und äh
260 haben äh bei der [Bank 1] vorgesprochen, wir brauchen Geld, ja
für
261 was denn?, wir brauchen Geld für Maturaball, ja wieviel wir uns
262 vorstellen?, ja, so Dreihunderttausendlire brauchen wir, ja für
263 was denn?, ja wir müssen vorbereiten und essen müssen wir abends
264 weil wir immer auch äh oben müssen dekorieren und so weiter, und
265 äh, unsere äh ja unsere mutige Entscheidung hat sie so begeistert
266 daß sie uns ohne klarerweise Garantie uns Dreihunderttausendlire
267 gegeben haben das ist sehr viel Geld gewesen net, und äh mit
268 diesem Geld haben wir klarerweise jeden Abend die Woche vorher,
269 weil wir eben diesen Maturaball in [Dorf 2] im Kongreßhaus gehabt
270 haben haben wir oben immer im Gasthaus gut gegessen net haben
271 Dekorationsmaterial gekauft und dies und das eine, haben einen
272 Organisationsplan gemacht und der Maturaball ist wirklich wir
273 waren nur vierundzwanzig Leute exzellent abgelaufen also war
274 wirklich super eigene Polonese einstudiert also das hat top
275 funktioniert, und wir hatten so viel Geld gemacht äh also ich kann
276 mich erinnern ich meine wir haben drei Millionen netto gemacht
277 also daß wir dann, auf die Maturareise haben wir gemacht in in der
278 Osterwoche das haben wir absichtlich gemacht daß uns kein
279 Professor und kein Direktor hineinreden kann wer mitzufahren hat
280 net, haben wir unsere, haben wir gesagt du darfst mitfahren äh Sie
281 können mitfahren äh das war der mit Sie wenn Sie sich
282 zusammenreißen also wir haben die Bestimmungen Bedingungen
283 bestimmt und dann sind sie (Huster) effektiv fünf mitgefahren, und
284 das war wahrscheinlich äh für die Profess von den Professoren her
285 der schönste Urlaub überhaupt weil organisiert haben alles wir
286 also da mußten sie nichts tun die haben wirklich Urlaub gemacht,
287 und weil wir uns verantwortlich gefühlt haben dann hat das schon
288 gepaßt, äh und diese Professoren denen hat es so gefallen
daß sie
289 sogar das Jahr darauf auch mit ihren Ehepartnern nocheinmal
290 hinuntergefahren sind, um das nochmals zu erleben, das erzähle ich
291 Ihnen aus dem Grund äh weil das irgendwie sehr bemerkenswert war
292 von meiner Entwicklung her also ich war immer sehr eigensinnig und
293 habe eigentlich äh relativ viel mir zugetraut und weni andern
294 wenig, ich war sehr, teilweise mit meinen Schulkollegen auch sehr
295 autoritär und wenn einer äh meine Autorität unterlaufen
äh hat,
296 dann bin ich sehr unfair gewesen . Episode, da war ein Mädchen das
297 wollte mir auch eben ein bißchen so meine Führungsposition,
298 streitig machen, und äh, sie war ein bißchen mollig, dann habe
ich
299 zu ihr einmal gesagt tue tue du bitte aufpassen, äh es könnte
sein
300 daß du im richtigen Moment von mir eine ausgewischt kriegst und
301 sie hat da nicht nachgegeben dann habe ich irgendeinmal in einer
302 stillen Minute ein ein Gedicht gedichtet, mit dem Titel [Nachname
303 2] sie hat [Nachname 2] geheißen, das Mensch stammt nicht vom
304 Affen ab wie viele meinen vielmehr behaupte ich und das mit Recht
305 von Schweinen schaut man sich die [Nachname 2] an könnte man das
306 ehrlich meinen, und das habe ich ihr auch während der Stunde
307 hinübergereicht net und sie bekommt einen Weinkrampf net und ab
308 diesem Zeitpunkt hatte ich Frieden weil sie mit mir nicht mehr
309 geredet hat net, also ich war relativ unfair (Räuspern) war ein
310 sehr äh in den jungen Jahren auch ein relativ ja überheblicher
311 arroganter Mensch, und ähh, klar bin dann eben auch auf die
312 Schnauze gefallen, aber was mich immer fasziniert hat bei meinen
313 Eltern sie haben mir meine, Überheblichkeit und meinen Eigensinn
314 den haben sie zwar gesehen aber sie wollten nicht so autoritär
315 eingreifen als daß sie mir wollten eben meinen Eigensinn brechen
316 ähm was sie haben einfach gesagt ok der wird schon selber auf die
317 Schnauze fallen, dann bin ich auf die Universität raus äh und
dort
318 das war ja immer mein Ziel das habe ich ja schon in der
319 Mittelschule entschieden, und dort habe ich einen Durchgemarsch
320 Durchmarsch gemacht von dreieinhalb Jahren also in dreieinhalb
321 Jahren habe ich fertig gehabt und habe ein halbes Jahr gewartet,
322 äh bis ich die letzte Prüfung habe machen dürfen und in
dieser
323 Zeit, habe ich dann freier Mittarbeiter am [Universitätsinstitut 1]
324 angefangen, und äh habe äh dann äh nachdem ich dann die
letzte
325 Prüfung gemacht habe war ich ja auch äh Studienassistent, an der
326 Universität, im zweiten Studienabschnitt habe ich dann mit einem
327 anderen Kollegen die [Organisation 1] gegründet das ist die
328 [Organisation 1 - voller Name] , und diese [Organisation 1] hat den
329 Zweck gehabt da war äh daß die Studenten die Wirtschaft
studieren
330 schon in der Studienzeit Kontakt aufnehmen mit der Wirtschaft und
331 daß sie diese fal falsche Autoritätshörigkeit ablegen,
äh die wir
332 ja sehr oft haben weil wir glauben der Unternehmer wäre etwas
333 besonderes net äh ich war immer der Meinung die Autorität
muß sich
334 ein jeder erst verdienen, also von sich aus ist für mich niemand
335 Autorität gewesen, also das ke hat ge konnt sein der XY das hat
336 mich überhaupt nicht interessiert weil da war ich schon von
337 Zuhause aus mein Vater war selber Unternehmer also einer der
338 größten im [Gegend 1] und deswegen hat mich die Autorität
also der
339 ist ein Unternehmer das hat mich überhaupt nie äh fasziniert
also,
340 und demzufolge habe ich gesagt das sobald ich gemerkt habe daß
341 diese Unterwürfigkeit gewesen war das habe ich immer äh abgelehnt
342 und war auch immer sehr kritisch mit Professoren, also ich war mit
343 Professoren auch sehr oft im Clinch, also ich kann mich erinnern
344 ein Professor hat beim Reden immer beim Fenster hinausgeschaut
345 dann habe ich ihn einmal gefragt was er da draußen zu suchen hat
346 net ob er da draußen alles aufgeschrieben hat was er uns zu
347 erzählen hat net denn ich würde mir erwarten wenn er gut
wäre
348 didaktisch daß er uns anredet, net äh auf das hin hat, er mich
349 danach auf die Seite geholt und hat gefragt ob ich da sobald ich
350 fertig habe ob ich könnte sein Assistent werden net, dann habe ich
351 gesagt das muß ich mir erst überlegen, also ich war immer sehr
352 kritisch und äh die Leute immer direkt angefahren ähh habe mir
353 eigentlich immer erwartet daß die Universitätsprofessoren eben
354 dich wirklich herausfordern habe gemerkt daß wenig gute
355 Professoren äh draußen waren, und habe ah aber alle
Möglichkeiten
356 genützt wenn es Exkursionen gegeben hat oder wenn man in Kontakt
357 mit der Wirtschaft oder wenn wir Wirtschaftsrecht gemacht haben
358 oder auch Strafrecht das mußten wir eben auch machen sind wir ins
359 Gericht gegangen und haben uns das angeschaut bin dann dann
360 hinausgefahren in die [Firma 1] in die [Firma 2] in die [Firma 3]
361 [Firma 4] überall sind wir hingefahren das waren eigentlich so
362 innovative Initiativen von einigen Professoren, die ich dann
363 klarerweise auch sehr geschätzt habe das was man jetzt langsam,
364 beginnt zu machen auf Wirtschaftsuniversitäten . und wie gesagt
365 diese [Organisation 1] ah wurde dann sehr stark vom [Organisation 2]
366 unterstützt äh da war der [Nachname 3], der [Vorname 3]
[Nachname 3]
367 der ja mittlerweile leider gestorben ist, ein sehr liberaler
368 Unternehmer hat uns unterstützt der uns hat uns sogar lassen
369 einklinken beim [Organisation 2] daß wir unsere erste
370 Pressekonferenzen gemacht haben wir haben uns dann bei der
371 politischen Akademie der [Partei 1] angeklinkt und zwar nicht weil
372 wir äh [Partei 1]freundlich waren sondern weil wir gemerkt haben
373 die bieten etwas was wir brauchen, Rhetorik und Englisch, haben
374 wir zuerst Rhretorikseminar intern gemacht, Englischseminare,
375 (Huster) alles als [Organisation 1] organisiert und der
376 [Organisation 2] hat uns das alles äh beisteuert finanziell und das
377 andere hat uns die politische Akademie freiwillig gegeben, plus
378 haben wir dann interne Wirtschafts äh interne Vortragsreihen
379 gemacht mit namhaften Leuten aus der Wirtschaft und aus der
380 Südtiroler äh Politik die sind dann nach [Stadt 2] gekommen da
hat
381 die [Organisation 3] uns die Säle zur Verfügung gestellt also da
382 haben wir organisiert und da waren wir relativ schnell Leute die
383 was bewegt haben, und äh (leichter Huster) das war diese Zeit
384 sobald ich dann äh eben als Studienassistent begonnen habe, dann
385 habe ich mir eigentlich relativ schnell ein Bild gemacht ja was
386 ist denn eigentlich meine Zukunft, etwas wußte ich ich werde nie,
387 äh lange, äh als Angestellter, sein, bestenfalls in der
Lernphase,
388 das habe ich mir auch immer schon eingeredet, und dann habe ich
389 als Studienassistent mit einem Dozenten zusammengearbeitet der
390 eben Studien gemacht hat für Uni äh für äh in
Betrieben draußen
391 für die Universität das heiß wir haben draußen
Konzepte äh
392 erarbeitet die wurden in einem zweiten Moment aufgearbeitet als
393 Fallbeispiele für die Studenten, und da bin ich eigentlich auf den
394 Geschmack gekommen, und äh von meinem Charakter her war ich ja
395 immer schon ein Mittelpunktmensch also ich war immer schon ein
396 Beweger und wollte immer die Leute beeinflussen und so weiter, und
397 äh und dann habe ich eigentlich gemerkt das ist meine das ist mein
398 Job dann habe ich äh begonnen mich gezielt auf diesen meinen
399 zukünftigen Beruf der Betriebsberatung auszubilden, habe einmal
400 eine komplette Ausbildung gemacht in als Trainer,
401 Kommunikationspsychologie äh äh nachgemacht äh dann eben
eine
402 sugestopädische Ausbildung Rhetorikausbildung habe Praktikas eben
403 nochmals gemacht in der [Firma 1] draußen bei [Firma 2], und
äh habe
404 dann äh ein Jahr verzögert angefangen als freier Mitarbeiter bei
405 einem Beratungsunternehmen, und äh im Rahmen der Ausbildung, äh
406 habe ich eigentlich gemerkt daß du, Leute beziehungsweise
407 Organisationen nur äh ändern kannst wenn du mit den Leuten
408 zusammenarbeitest, das heißt der sogenannte Experte der eben die
409 Expertise erstellt des war mir immer zuwenig net also die schöne
410 Abhandlung das ist stark und das ist schwach und das wären Chancen
411 und das wären Gefahren und diese Maßnahmen sind zu setzen und da
412 sind soundsoviel Kosten und das müßte soundso das war für
mich
413 immer nur ein Mittel zum Zweck, mich hat immer fasziniert mit
414 Leuten zu arbeiten, u und äh eben mit die Leute zu reden daß sie
415 selber überzeugt werden daß man eben in die Richtung und nicht
in
416 jene Richtung zu gehen hat, äh genau in diesen ersten zwei Jahren
417 hatte ich n privat ein einschneidendes Erlebnis und zwar daß mein
418 Vater in Konkurs gegangen ist, mein Vater ist in Konkurs gegangen
419 und ähh, ich hatte ja klarerweise nichts kein Geld, auf der Seite
420 ich hatte soviel Geld daß ich gut leben konnte von Zuhause aus war
421 de Geld überhaupt nie ein Thema weil wir relativ reich
422 aufgewachsen sind, und plötzlich hatten wir nichts mehr nicht nur
423 daß wir nichts mehr hatten sondern äh ich habe gemerkt
daß die
424 Gefahr sehr groß ist daß die Familie auseinanderbricht, und
dann
425 bin ich in die Bank gegangen und habe gesagt äh zum Bankdirektor
426 ich äh möchte alle privaten Schulden meiner Familie
übernehmen
427 also nicht die geschäftlichen Schulden, das heißt mein Vater war
428 eben auch in Ortsobmann der [Partei 2] und Fußball äh äh
Präsident
429 und was halt alles also er war äh auch im öffentlichen Be Leben
430 sehr stark engagiert und dementsprechend haben einige Leute ihm
431 privat Geld geliehen, damit er es vielleicht doch schafft, da wie
432 ich gemerkt habe äh daß äh dieses Sachen klarerweise
diese Gelder
433 nicht zurückzuzahlen nicht mehr möglich sind daß man sie
434 zurückzahlt bin ich eben in die Bank gegangen und habe alle
435 privaten Schulden übernommen, und äh gleichzeitig habe äh
haben
436 noch meine zwei meiner Geschwister haben ja weiter Sch haben noch
437 studiert der eine [Studium 1] der andere [Studium 2] und äh [Studium
438 3] und äh habe äh auch die Finanzierung dieser Studien
übernommen
439 habe einen anderen Bruder der eben im Betrieb gearbeitet versucht
440 einen neuen Job zu suchen, und die Schwester die hat dann a ha
441 einer meiner Schwester die hat in einem Haushalt gearbeitet das
442 war dann nicht das Problem, ah und dort habe ich ah ja eigentlich
443 äh sehr viele Schulden übernommen und zwar zu einem Zinssatz das
444 muß man sich vorstellen das kann man sich heute nicht mehr
445 vorstellen von fünfundzwanzig Prozent Zinsen, also das war
446 neunzehnhunderteinundachzig, äh also eine relativ harte Zeit das
447 heißt ich habe Sie müssen sich vorstellen bis vor fünf
Jahren habe
448 ich noch Schulden gezahlt, weil die ersten sieben acht Jahre, also
449 die Gefahr wär sehr groß daß ich im Grunde auch
persönlich in
450 Konkurs gehe, aber das war es mir wert denn dort habe ich
451 eigentlich einmal den Stellenwert der Familien kennengelernt wie
452 wichtig das ist und ich habe eigentlich, war imstande die Familie
453 zusammenzuhalten daß sie nicht auseinandergebrochen ist, und
äh da
454 habe ich äh das war meine wesentlichste Erfahrung für meine
Beruf,
455 weil ich gemerkt habe daß es menschlich stimmen muß, wenn du
456 willst wirtschaftlich etwas bewegen, und ähh das hat meinen
457 beruflichen Werdegang auch insofern geprägt als daß ich in
458 Südtirol auch kaum eine Chance gehabt habe zu arbeiten, weil alle
459 gesagt haben [M42-Nachname] was willst denn du deinem Vater hast
460 ja selber nicht geholfen und jetzt willst Berater sein, bin dann
461 viel ins Ausland gegangen, als Berater, habe mir dort eigentlich
462 meine ersten Erfahrungen gesammelt, habe mich weitergebildet, ähh
463 eben einmal rein fachlich, äh in meinem Bereichen
464 Unternehmensführung Organisation äh Marketing Verkauf
465 Kostenrechnung Kontrolling und Qualitätsmanagement in diesen
466 Bereichen habe ich mich immer weitergebildet und habe auf der
467 Parallelebenen eine Gesamtausbildung gemacht äh in äh ja
468 Weiterbildung in alles was mit Kommunikation zu tun hat,
469 Persönlichkeitsentwicklung Kommunikationsphilosophie habe mich
470 eben stark mit Philosophien vom Watzlawick auseinandergesetzt, äh
471 und habe äh dort äh eigentlich äh äh aus meiner
persönlichen
472 Erfahrung heraus einen großen Drang gehabt mich dort, wirklich
473 einmal auch zu ja bißchen kund zumachen, also ich wollte
474 eigentlich herausfinden äh wo krankt denn die ganze Geschichte,
475 bin überhaupt ein vom Charakter her ein Suchender ich stelle sehr
476 viel in Frage und will für mich immer schlüssige Antworten haben
477 äh bin vom Charakter her aber auch ein Optimist also trotz
478 Suchender bin ich nie schlecht gelaunt also Laune bei mir gibt es
479 überhaupt nicht weil ich äh das hängt ein bißchen
mit der
480 Präpotenz die ich früher gehabt habe die hat sich jetzt ein
481 bißchen geändert äh also ich erwarte von mir selber viel
und von
482 den anderen sehr wenig deswegen äh wenn es mir schlecht geht dann
483 tue ich etwas für mich, und äh, habe mich auch mit Sinn des
Lebens
484 sehr stark auseinandergesetzt ähh habe ähh eben diese ganze
485 Sinnhaftigkeit das Sinnsuchen äh bin eben sehr viel in äh Lebens
486 äh fragen hi eingestiegen habe mich dort auch weitergebildet äh
487 habe gemerkt daß eben die größten Schwierigkeiten in den
488 Betrieben, äh zu siebzig achtzig Prozent die Schwierigkeiten in
489 Betrieben entstehen aus menschlichen und zwischenmenschlichen
490 Problemen, also wenn kostenmäßig äh etwas nicht
läuft dann ist die
491 Ursache meistens das Zwischenmenschliche oder das Menschliche was
492 nicht paßt, und äh dies Erkenntnis äh hat mich auch
dorthingeführt
493 daß ich gesagt habe wenn du willst erfolgreich in der Beratung
494 sein, dann muß Beratung und Ausbildung zusammenfallen, und äh
habe
495 dann äh in den letzten Jahren in den letzte fünf Jahre ganz stark
496 eine sugestopädische und NLP-Ausbildung gemacht und zwar nicht
497 eine therapeutische wie sie vielfach äh fälschlicherweise
498 eingesetzt wird die NLP Lehre sondern um effektiv in der
499 Kommunikationskompetenz sei es von der Philosophie her aber auch
500 dann von der Methodik her gutes Rüstzeug zu haben, äh habe mich
501 dann bei Birkenbihl Birkenbihl ist leider gestorben war ja
502 eigentlich der Vater The Trainer das Buch hat er gegeben den habe
503 ich persönlich für mich eine ganze Woche hergeholt und habe bei
504 ihm ein persönliches Coaching durchgemacht, und äh habe
505 gleichzeitig äh Moderations und Präsentations äh ausbildung
506 gemacht einen Lehrgang und bin heute ausgebildeter Trainer und
507 Moderator und Präsentations äh ja Lehrer wie man das so
bezeichnen
508 könnte, ich äh habe dann begonnen vor acht Jahren aus einem
509 Freiberuflerbüro, ein Unternehmen zu machen, immer ausgehend vom
510 Jahre, vom siebenundneunzig aus, und äh habe dort eine ein
511 Beratungsunternehmen gegründet mit der Zielsetzung, daß ich,
äh
512 Beratung in diesen vier Hauptsäulen machen mache aber gleichze
513 gleichzeitig in der sogenannten Selbst und Sozialkompetenz, der
514 Führungsebene, höchstes Führungsmanagement also
Unternehmer höchste
515 Ebene also Managementebene eins und Managementebene zwei und drei
516 Verkauf, und Chefsekretäriat daß ich dort äh starke Aus und
517 Weiterbildung mache in Sachen Selbst und Sozialkompetenz und erst
518 im zweiten Moment Fach und Methodenkompetenz, und ähh aus dieser
519 Erkenntnis heraus habe ich dann begonnen im Erwachsenenbereich
520 aber immer auf beruflicher Ebene, äh Seminare anzubieten die
521 teilweise, öffentlich zugänglich sind aber mittlerweile zu
achtzig
522 Prozent betriebsintern sind, das heißt äh daß ich
äh den größten
523 Teil meiner Erwachsenenbildung, betriebsintern mache und zwar
524 unabhängig von der Ma vom vom Fachlichen her sprich welches
525 Produkt sie verkaufen wird einfach einmal in Selbst und
526 Sozialkompetenz gearbeitet und das sind nicht Seminare im üblichen
527 Sinn sondern es sind äh Seminare die äh in Richtung äh ja
fast ein
528 Lehrgang sind, aufgebaut mit einem Einstiegsseminar damit wir die
529 selbe Sprache sprechen dann wird es in die eigene menschliche
530 Realität hinuntergebrochen da sind nicht mehr Leute dabei als
531 maximal zehn Leute mit äh der Möglichkeit des persönlichen
532 Coachings das heißt ich begleite die Leute dann persönlich, und
533 erst in einem zweiten Moment wird es hinuntergebrochen in die
534 betriebliche Realität, meine Erkenntnis ist ja die daß ein
Mensch
535 im Beruf nur dann gut sein kann wenn er als Mensch etwas an sich
536 getan hat kann nur ein guter Manager sein wenn ich als Mensch
537 gearbeitet habe, und äh, klarerweise mußt du als äh einer
der in
538 diesem Bereich arbeitet teilweise die Werbeabteilung immer
539 einschalten das heißt du mußt Seminare in Betrieben verkaufen
daß
540 dir die Leute überhaupt kommen, und inhaltlich ist dann ganz was
541 anderes, du mußt sozusagen, teilweise ja wie soll ich sagen einen
542 schönen Spruch zu einem interessanten Thema machen wobei der
543 Spruch teilweise irreführend ist fast bewußt das damit sie
544 überhaupt äh mit einer gewissen Motivation zum Seminar kommen,
und
545 danach geht das mache ich ein Beispiel äh wir nennen es
546 Zeitmanagement, und welcher Manager ha möchte nicht die Zeit
547 gemanagt haben net wohlwissend daß man Zeit nicht managen kann net
548 man kann nur eben in dieser Zeit die dir zur Verfügung steht deine
549 persönlichen Ziele realisieren net also und im Untertitel haben
550 wir dann schon persönliches Zielmanagement net und im Grunde ist
551 das ein Seminar für Persönlichkeitsentwicklung äh äh
Teamfähigkeit
552 äh und solche Dinge die eben heute sehr sehr wichtig sind wenn man
553 überhaupt in Betrieben weiterkommen will, und aus dieser äh
554 Tätigkeit heraus bin ich dann angesprochen worden, äh (Blick auf
555 das Aufnahmegerät)
556 I: Es bewegt sich noch
557 M42: Ja
558 I: Das halte ich schon im Auge
559 M42: Ja
560 I: Keine Angst (leicht lachend)
561 M42: Bin ich dann angesprochen worden ob ich nicht sozusagen im
562 allgemeinen Erwachsenenbil im Erwachsenenbildungsbereich
563 einsteigen möchte und äh dann habe ich gesagt ja
grundsätzlich
564 möchte ich das nicht aber ich könnte so Ausbrecher schon machen
565 habe dann zum Beispiel einen Bildungs und Kulturmanagementlehrgang
566 geleitet der äh auf der einen Seite zwar sehr viel Fachliches
567 hinübergebracht hat aber auf der anderen Seite eben auch sehr
568 vieles Sozial und Selbstkompetenz äh mitgegeben hat und äh das
569 waren die ersten Schritte im puren Erwachsenenbildungs umfeld, und
570 nachdem ich ja mich mich Ausbildung und Weiterbildung ja sehr
571 stark beschäftigt habe äh literaturmäßig also rein
theoretisch äh
572 hat mich eigentlich zum Beispiel alles was mit Schule angeht das
573 habe ich einmal grundsätzlich kritisch in Frage gestellt wie es
574 heute läuft auch die Berufsschule und habe dazu bei einigen
575 Vorträgen auch sehr kritische Worte gefunden, und das hat dann die
576 Leute wieder angeregt bei den richtigen Positionen daß äh sie
mich
577 äh aufgefordert haben ich sollte, äh zum Beispiel ein neues
578 Konzept machen für einen Mehrjahresplan für die Berufsschule, das
579 habe ich dann mit dem Doktor [Nachname 4] gemeinsam gemacht also
580 dieser Mehrjahresplan liegt jetzt seit einem Jahr auf und der geht
581 eigentlich ganz neue Wege in der Aus und Weiterbildung, einmal daß
582 die Durchlässigkeit die vertikale und die horizontale ist daß es
583 hingeht zur Berufsmaturität und daß es am Projekt gelernt wird,
584 also es wird nicht mehr arbeitsteilig äh Wissen beigebracht
585 sondern an der Projektarbeit äh also wenn ich ein Projekt mache
586 ein Beispiel Einführung eines neuen Produktes dann lernt er halt
587 im Rahmen dieses Projektes Italienisch weil er muß halt eben einen
588 italienischen Brief zusammenstellen und er lernt rechnen weil er
589 halt ausrechnen muß was das kostet, also ganz andere Ansätze
äh
590 weil mir immer schon suspekt war wie man leben und arbeitsteilig
591 lernen kann ich habe ja in meinen Kinderjahren äh vor der Schule
592 ja eigentlich auch nicht Lernen äh äh Sch Gehen und Reden
593 arbeitsteilig gelernt, also das heischt das heißt die Schule hat
594 sich nie hinterfragt wieso es eigentlich zu dieser Arbeitsteilung
595 gekommen ist, und ähh, die heutige Schule der kann man ja nichts
596 vorwerfen an sich außer daß sie ein System ist was die
Wirtschaft
597 gewollt hat, denn mit dem Taylorismus klarerweise kam ja die
598 Arbeitsteilung ins Wirtschaftsleben und mit der Arbeitsteilung
599 brauchte es einen gewissen Typ von Menschen und zwar der eben äh
600 fleißig ist beständig beharrlich unkritisch
Durchstehvermögen hat
601 äh und eben diszipliniert das hat man ja in der Schule diesen äh
602 Leuten dann eben beigebracht äh diese sogenannte äh
Gleichmacherei
603 oder Nivellierung in der Erziehung hat ja eigentlich aus uns
604 Leuten gemacht die äh wesentliche Fähigkeiten nicht mehr haben,
605 kritisch entscheidungsfähig risikobereit und teamfähig und
ähh
606 wenn wir diese Kriterien nicht mehr haben gerade in der Wirtschaft
607 dann passieren solche Dinge äh die zum Beispiel Chernobil Sandoz
608 und so weiter hervorrufen, und wo man dann au eigentlich
609 feststellt das waren menschliche Versagen und solche menschliche
610 Versagen können ja eigentlich nur darin entstehen daß die Leute
611 die Auswirkungen von Fehlentscheidungen oder von fehlender
612 Zusammenarbeit oder Entscheidungsfähigkeit, nicht eingeschätzt
613 haben und dementsprechend eine gewisse Gleichgültigkeit bekommen
614 haben, das heißt den Leuten kann man es nicht vorwerfen und man
615 kann es Sch dem System nicht vorwerfen, aber interessant ist das
616 daß grade nach Sandoz die Wirtschaft wieder nachgedacht hat und
617 gesagt diesches diese Schule produziert ja falsche Leute, also hat
618 die Sch äh Wirtschaft wieder angefangen äh Schulversuche zu
619 unterstützen die eben äh neue Wege gehen die eben wider dieses
620 Gesamtheitliche hervorrufen die eben äh wieder den Kindern
621 beibringen daß Gesamtheitlichkeit in Zusammenhängen denken
wichtig
622 ist Entscheidungsfreudigkeit daß ihre Idividualität wieder
623 gefördert wird und nicht unterdrückt wird und äh da gibt
es auch
624 zum Beispiel ein ganz gutes Video band und das heißt Lob des
625 Fehlers äh wo eben grade ausgehend von dieser Geschichte äh
Sandoz
626 äh die verschiedensten Initiativen in der Schule und in der
627 Wirtschaft äh aufgezeigt werden da gibt es mittlerweile schon vier
628 vie Videobänder kann man im Pädagogischen Institut nebenbei
629 ausleihen, ähh ich war das war für mich eigentlich eine Sache die
630 ich dann zufällig gefunden habe gerade über dies äh
über diesen in
631 Kultur und Bildungsmanagementlehrgang bin ich zu diesen Bändern
632 gekommen und das hat bei mir, so als ob ich äh, endlich wieder so
633 einen Mosaikstein gefunden habe der bei mir äh immer noch gefehlt
634 hat, wo ich zwar immer kritisch war und gesagt so geht es nicht so
635 geht es nicht so geht es auch nicht das paßt mir nicht die Leute
636 äh die sind eigentlich äh äh sehr unfähig äh
eben Führungsaufgaben
637 zu übernehmen aber nicht weil sie unfähig äh
tatsächlich unfähig
638 sind sondern weil ihre Fähigkeiten nie entwickelt wurden, denn ich
639 äh ich bin behaupte es gibt ja nicht vier Arten von Menschen es
640 gibt nicht Frauen Männer Führer und Geführte, denn äh
jeder Mensch
641 im Grunde hat potentiell die Fähigkeit des Führens in sich, ich
642 mach ein Beispiel äh wenn ein Erwachsener auf der Straße am
643 Straßenrand spazierengeht und es kommt ihm ein Kind entgegen und
644 es läuft in die Straße und ich sehe oder dieser erwachsenen
Mensch
645 sieht daß ihm ein Auto entgegenkommt diesem Kind und äh die
Gefahr
646 des Überfahrenwerdens ist groß dann äh was sieht dieser
erwachsene
647 Mensch erkennt die Situation, die Gefahr trifft eine Entscheidung
648 springt hinein rettet das Kind das heißt äh er nimmt Risiko auf
649 sich auch mit der Gefahr daß es danebengeht und handelt also die
650 vier Kriterien von Führung ist, Situation richtig einschätzen
651 Entscheidung treffen Risiko auf sich nehmen und Entsch die
652 Handlung durchführen äh die Frage ist was ist was hat es dazu
653 gebracht daß die Leute sich nichts mehr zumuten daß sie keine
654 Entscheidungen treffen alles abgeben und das kann ja nur das
655 Ergebnis dieser Sache sein, äh eine weitere Erkenntnis die ich
656 schon vorher gemacht habe die mir dann im Rahmen einer Studie
657 aufgefallen ist, war das daß siebzig achtzig Prozent der Gründe
658 wieso ein Mensch Karriere macht soziale Minderwertigkeit ist, ha
659 das heißt daß diese Leute die an der Spitze sind sind im Grunde
660 schwach, in Teamfähigkeit zu erzeugen Entscheidungsfreudigkeit
661 Leute fördern richtig loben entwickeln und so weiter, und äh wenn
662 die Leute an der Spitze schwach sind dann klarerweise ist das
663 ganze System in Gefahr ob das das Unternehmen ist ob das die
664 öffentliche Verwaltung ist oder was auch immer die Schule und so
665 weiter o die Universität net, äh und demzufolge
(Räusperer) habe
666 ich es immer für wichtig empfunden daß man gerade an der Spitze
667 beginnt diesen Leuten einmal dies aufzuzeigen wo ihre Schwäche ist
668 und letztendlich ihnen hilft äh dort etwas in die Hand zu bekommen
669 was ihnen vielleicht äh ja die
670 (Bandseitenwechsel)
671 M42: Im Laufe meiner äh beruflichen Tätigkeit gemacht und heute
672 äh, bin ich mehr denn je überzeugt daß meine Entscheidung,
673 Ausbildner und Berater gleichzeitig zu sein wahrscheinlich die
674 Entscheidung schlechthin war für mich denn im restlichen Europa
675 war es bis vor fünf Jahren verpönt, daß du Berater bist
und äh
676 Ausbildner, und jetzt merke ich daß immer mehr Berater zu
677 Ausbildner sich entwickeln weil sie merken daß sie eigentlich nur
678 beraten können wenn sie Leute bewegen und Leute lassen sich nur
679 bewegen wenn sie überzeugt sind du kannst nicht Leute ändern
680 ändern müssen sich die Leute selber also mußt du
681 Überzeugungsarbeit machen, das heißt der Berater ist heute
weniger
682 der Experte sondern er ist zwar erfahren aus seinen ganzen
683 Projekten die er gemacht hat aber er ist vor allem vor vor allem
684 ist er Moderator, Couch Begleiter und Couch und Begleiter kann ich
685 nur sein wenn mich der andere akzeptiert als Begleiter, und ähh
686 das ist wahrscheinlich heute eines meiner Schlüsselkompetenzen die
687 ich habe und äh ich habe noch zehn weitere Mitarbeiter und in
688 meinem Unternehmen werden meine Mitarbeiter jährlich in Richtung
689 Sozial und Selbstkompetenz Kommunikationskompetenz Jahr für Jahr
690 sehr intensiv weitergebildet und zwar einmal von mir weil ich sie
691 äh mitnehme bei allen Projekten und teilweise müssen sie ja
692 selbständig Projekte machen, aber alle Weiterbildungs äh
693 initiantiven die in diese Richtung gehen werden äh betriebsintern
694 abgehalten, da holen wir die hö die größten Experten
europaweit
695 her und da ziehen wir uns irgendwo zurück Österreich Deutschland
696 auch immer wo es uns gefällt, da werden wir eine ganze Woche
697 beschäftigen wir uns mit gewissen Themen, sie haben mir
698 ausgerechnet daß ich durchschnittlich daß ich
durchschnittlich bei
699 me Mitarbeitern äh fünfzehn Millionen Lire pro Jahr und pro Kopf
700 an Ausbildung investiere, ohne äh Hotelspesen und ohne äh
701 sonstigen Unkosten also reine Ausbildung, im Durchschnitt, pro
702 Mitarbeiter, und äh ich merke äh was das bewirkt, diese Leute
sind
703 alle eigensinnig . und äh nicht auf Kosten anderer sondern
704 eigensinnig in ihrem eigenen Sinn aber sehr teamfähig, sie helfen
705 sich gegenseitig sie unterstützen sich sie entwickeln nicht diesen
706 falschen Neid, also ich bin gut und deswegen damit ich weiterhin
707 gut bin darf ich es dem anderen nicht sagen sondern ich kann
708 Meiniges weitergeben nicht? ein Berater kann nur gut sein wenn er
709 weitergibt und nicht wenn er zurückhält, und dadurch habe ich
710 eigentlich ein sehr äh gutes Team um mich herum und, merke äh
711 diese Leute können sehr selbständig arbeiten es braucht nicht
712 immer den [M42-Nachname], denn äh meine Aufgage ist es auch mich
äh
713 bei Projekten wo meine Mitarbeiter drinnen sind mich überflüssig
714 zu machen, mich braucht es dort nicht weil wenn ich in meinem
715 Betrieb das größte der größte Engpaß bin dann
werde ich ja
716 gefährlich, und das klarerweise gebe ich ja auch als Philosophie
717 bei der Erwachsenenbildung weiter net, wenn du willst äh äh gut
718 sein als Mensch dann mußt du dich überflüssig machen
solange die
719 Leute dich in Abhängigkeit, äh oder du ihnen äh sie in
720 Abhängigkeit setzt dann bist du eigentlich nicht wertvoll sie du
721 wirst zwar gebraucht weil sie ohne dich nicht leben können aber
722 letztendlich ein eine Rest skepsis und Abhängigkeit besteht ja
723 weiterhin und die ist nicht gut, und ähh, das ist auch ein
bißchen
724 mein Grundtenor den Leuten einmal beizubringen daß ihr höchstes
725 Ziel ja nicht die Unabhängigkeit ist sondern ihr höchstes Ziel
ist
726 die Interdependenz, aber interdependent kann ein Mensch ja nur
727 sein, wenn er unabhängig ist nicht wenn er abhängig ist, und
äh
728 die Erwachsenenbildung äh sehe ich heute eigentlich sehr sehr
729 kritisch und zwar, daß äh fürs Erste sehr sehr viele
Scharlatane
730 herumsausen, die glauben das ist eine Geldbörse die hört nicht
731 mehr auf, ich merke das grade so öffentlich zugängliche Kurse
äh
732 mittlerweile äh mißbraucht werden um Leute zu aktivieren aber
733 letztendlich äh in der Umsetzung alleine zu lassen äh es gibt
sehr
734 viele Seminarfrustration schon mittlerweile obwohl wir am Anfang
735 einer Wissensgesellschaft stehen, also Leuten wird äh ins Gesicht
736 geworfen was sie falsch machen aber sie werden nicht begleitet äh
737 wenn sie etwas dann ändern möchten äh also dementsprechend
wird da
738 auch sehr unfair gearbeitet und deswegen äh tue ich äh
öffentlich
739 kaum intensive Persönlichkeitsseminare machen wenn ich nicht die
740 Sicherheit habe, daß ich sie danach begleiten kann, betriebsintern
741 klarerweise das ist die klassische Prozeßberatung wenn ich dort
742 Weiterbildung mache dann kann ich die auch persönlich begleiten,
743 dann haben die immer einen sogenannten Bezugspunkt, und wenn es äh
744 hart auf hart geht dann werden auch Psychologen beigezogen, also
745 ich bin ja kein Psychologe und möchte ich mich nie als Psychologe
746 bezeichnen aber ich bin sicher ein äh Kommunikationstrainer und
747 kann gewisse Dinge sicher erkennen bis zu einem gewissen Punkt
748 kann ich begleiten aber ich bin weder Therapeut noch Psychologe
749 und sollte es wirklich ins Psychologische hineingehen wo eben aber
750 auch wo es nicht keine Therapie braucht denn der Psychologe ist
751 für mich auch kein Arzt, äh Psychologe ist für mich einer
der eben
752 hilft deine psychologischen Fähigkeiten zu erkennen daß du sie
753 selber hast deinen Psychologen hast du dir in dir ja selber
754 drinnen net, manchmal in einer Minderwertigkeit äh verkennst du
755 ihn, sollte es pathologisch sein dann hat der Psychologe nichts
756 mehr zu suchen dann hat der Psychiater was zu suchen, und ähh
757 nochmals zurückzukommen auf die Erwachsenenbildung, also meine
758 kritische Anmerkung ist die daß man Leuten alles anbietet äh
Sinn
759 des Lebens äh alles falsch bis jetzt und so weiter und das ist ein
760 Feld äh da wird auch von der öffentlichen Hand sehr viel
761 unterstützt sehr viel aufgebrochen und äh Leute werden
762 aufgebrochen und stehengelassen äh und dementsprechend gibt es
763 auch viele Probleme zweitens äh die Erwachsenenbildung äh wird
764 teilweise als Reparaturwerkstätte für die Schulen hergesehen
765 angeschaut äh, wo dann klarerweise der Erwachsenenbildner
766 hingestellt wird als der Retter in der Not was ja auch falsch ist
767 er ist kein Retter wenn ich mich in die Retterrolle begebe als
768 Berater oder als äh Erwachsenenbildner dann bin ich auch in der
769 falschen dann bin ich schon wieder äh bei äh in der Arztrolle
oder
770 in der in der therapeutischen Rolle da habe ich nichts zu suchen
771 ich kann aufzeigen ich kann hinführen aber retten muß er sich
772 schon selber und ich bin kein Retter, also da wird auch sehr viel
773 Mißbrauch betrieben, und äh, ja, was es auch ist teilweise die
774 Erwachsenenbildung einfach ja ein Bereich äh wo äh teilweise
Leute
775 die eigentlich in diesem gesellschaftlichem System nicht
776 zurechtkommen, sei es als Lehrer wie als äh Teilnehmer äh glauben
777 daß sie sich da äh so fast als ja Elite die eigentlich
weiß wie es
778 geht, herauskristallisieren so eine Art Elitedenken wo sich
779 gewisse eben Referenten die aber letztendlich auch Probleme haben
780 im im gesellschaftlichen Umfeld äh, wieder ihresgleichen suchen
781 und sagen wir wissen wie es geht und äh dementsprechend so eine
782 Art ja fast Sektenverhalten entwickeln was für mich ganz
783 unsympathisch ist, weil das kann es nicht sein das ist sehr sehr
784 gefährlich und deswegen habe ich ein bißchen Schwierigkeiten mit
785 der Erwachsenenbildung so wie sie heute läuft und ich würde es
786 sehr schätzen wenn die öffentliche Hand diesbezüglich ein
bißchen
787 hellhöriger würde und nicht für jeden Blödsinn Geld
zur Verfügung
788 stellt, äh weil klarerweise gibt es ja vers sehr viel suchende
789 Leute, äh einfach aus dem Phänomen heraus daß die
Gesellschaft zu
790 schnellebig ist und dementsprechend der Fixpunkt der Halt äh schon
791 gesucht wird aber mit einem Seminar kriegst du keinen Halt, net da
792 braucht es schon mehr da braucht es Gespräch da braucht es äh
äh
793 Freunde da braucht es ganz andere Dinge nicht nur ein Seminar wo
794 man halt einfach glaubt jetzt tauche ich ein und da habe ich mich
795 gefunden weil da meinesgleichen sind und dementsprechend äh habe
796 ich das Allheilmittel weil da sind wir wirklich dann im
797 Sektenbereich drinnen deswegen gefällt mir diese Art von
798 Erwachsenenbildung derzeit so wie sie läuft, überhaupt nicht, ich
799 als Erwachsenenbildner der ich ja einer bin und zwar aus meinem
800 Hauptberuf der Beratung heraus äh möchte mit dieser Rolle
801 überhaupt nichts zu tun haben, da identifiziere ich mich auch
802 nicht, was ich äh wo ich mich gut fühle ich eigentlich das
daß ich
803 ein sogenannter Prozeßbegeiter bin und zwar Prozesse die in
804 Betrieben ablaufen, und ähh Prozesse die in Betrieben ablaufen
805 verlangen Leute die integer sind die selbstbewußt sind die aber
806 klarerweise für ein klar definiertes Ziel äh arbeiten, aber
807 letztendlich ihre ganz persönlichen Ziele zu realisieren äh
808 versuchen und demzufolge ich versuche ihnen da äh ja irgendwo Rat
809 und Tips zu geben und äh das zu moderieren wie sie hinkommen, wir
810 als Berater oder ich als Berater haben einen Grundsatz, der beste
811 Experte sitzt immer auf dem eigenen Arbeitsplatz, die Frage ist
812 nur wer hilft ihm sozusagen äh daß er erkennt daß er der
eigene
813 Experte ist net und wer gibt sein Expertenwissen äh das mit dem
814 anderen Expertenwissen zusammen und bringt letztendlich etwas
815 heraus was gut ist, uhm demzufolge denke ist äh ist für mich
816 Erwachsenenbildung eine eine der größten Herausforderungen der
817 nächsten Jahre und ich denke es wird sich auch in den nächsten
818 Jahren die Spreu vom Weizen trennen müssen äh wenn wir da nicht
819 etwas unterstützen wollen was letztendlich ähh dann ja in eine
820 Richtung geht die für beide Seiten nicht gut sind net Referenten
821 werden verbrannt weil sie halt eben den den Kurs sehen und das
822 gute Geld anstatt den Menschen der vor ihnen steht, und äh auf der
823 anderen Seite äh frustrierte Teilnehmer sind die eben sich viel zu
824 viel erwartet haben von so einem Seminar und letztendlich äh
825 wieder zum Schluß kommen nein das war es auch nicht und
826 letztendlich mit ihrer Problemstellung ja alleine gelassen sind
827 und vielleicht noch hilfloser dastehen wie sie vorher sind äh, und
828 demzufolge denke ich, daß die Rückkoppelung, der ganzen äh
829 Persönlichkeitsentwicklung in die Schule das ist etwas was für
830 mich interessant ist, und ich habe jetzt eigentlich bei einigen
831 Pilotprojekten in der Schule schon mitgetan, zum Beispiel die
832 Lehranstalt für kaufmännische Berufe in [Dorf 3] oben wo mir der
833 Direktor eben angeboten hat daß ich äh ob ich äh für
sie einmal
834 einige Samstage das ist jetzt schon seit drei Jahren daß ich
835 samstags mit den Schülern zusammenbin, wo ich versuche eben über
836 Didaktik ähh ein bißchen Rhetorik Kommunikation äh den
Leuten in
837 einer anderen Art und Weise einmal ein bißchen versuche gewissen
838 Phänomene, die das Leben so bringt aufzuzeigen, aber dann eben
839 auch ins Fachliche hineinzugehen Kostenrechnung zu lernen
840 Bilanzanalyse zu lernen Präsentationstechniken zu lernen und ihnen
841 einfach einmal das Lernen ein bißchen auf einer anderen Ebene zu
842 bringen, und äh das hat eigentlich ganz guten Anklang gefunden und
843 äh (leicht schmunzelnd) letztes Jahr sind wir sogar so weit
844 gekommen daß einige Lehrer sich bereiterklärt haben mit mir am
845 zusammenzusitzen, nicht weil ich der Gescheitere bin sondern wie
846 ich meine Erfahrungen einfach denen einmal mitteilen konnte, wieso
847 wie ich mir das vorstelle äh weil ich der Meinung bin der Lehrer
848 muß eine neue Rolle einnehmen der Lehrer darf nicht mehr im
849 Mittelpunkt sein im Mittelpunkt muß der Schüler sein, der Lehrer
850 muß in die Coachrolle zurückgehen, also er darf nicht da
äh der
851 vorne steht und präsentiert und agiert und da äh dann noch
852 entscheidet wer gut ist und schlecht ist äh und das dann auch im
853 Sinne von einer Sozialblamage dann noch auslebt net das ist der
854 Gute und das ist der Schlechte und deswegen steh auf dann kann ich
855 dich blamieren oder weniger blamieren das kann es ja nicht sein
856 denn ähh wenn wir so weitergehen dann klarerweise bleibt dieser
857 Markt der Erwachsenenbildung immer erhalten und zwar immer mit dem
858 Ziel es sollte besser sein aber nie erreicht das Ziel wird nie
859 erreicht weil es in einem Kurs einfach nicht besser werden kann
860 wir müssen vorne anfangen, und ähh ich habe auch einmal mit dem
861 Doktor [Nachname 5] gesprochen also ich bin der Meinung da,
müßte
862 eigentlich die ganze Erwachsenenbildung vom Grund auf, neu
863 überdacht werden so ist es für mich äh nicht in Ordnung so
gehen
864 wir in die falsche Richtung, außer klar es ist immer schön einen
865 netten Kurs zu machen angeregt zu sein und so weiter aber das kann
866 man nicht auf Kosten ähh oder mit Steuergeldern machen das kann es
867 nicht sein . ja was gibt es noch dazu, ja vielleicht noch etwas
868 anders ich habe ein noch neben meinem Hauptberatungsunternehmen
869 habe ich ja ein [Organisation 4], und dieses Institut äh das
870 beschäftigt sich gerade äh mit zum Beispiel mit Themen äh
ja wie
871 mit alten Leuten die Gesellschaft in Zukunft umzugehen hat wenn
872 sie nicht äh weiter das Gefühl haben will daß ein Mensch
der aus
873 dem wirtschaftlichen Kreislauf aus hinausgeworfen wird daß er ab
874 diesem Zeitpunkt nur mehr als äh Belastung empfunden wird net also
875 das Wort äh Ruhestand ist ja schon eine Zumutung net also wenn
876 einer meist am meisten weiß am meisten Wissen hat,
877 Lebenserfahrung Lebenswissen dann wird er in den Ruhestand
878 geschickt net das ist ja eine Zumutung für eine Gesellschaft
879 nicht, und äh da sind wir grade dabei eben neue Modelle zu
880 entwickeln wie äh Leute die eigentlich in der Blüte ihres Wissens
881 sind wie die auch wenn sie wirtschaftlich scheinbar nicht mehr
882 gebraucht werden wie man die trotzdem in die Gesellschaft weiter
883 integrieren kann, daß sie eben diese ganz wichtige Rolle spielen
884 daß eine Gesellschaft nicht an diesen wirtschaftlichen Prinzipien
885 die leider zu vordergründig gelebt werden nicht zerbricht, äh
886 mache ein Beispiel, wenn ich heute den geförderten oder den
887 Sozialwohnbau anschaue dann ist das für mich eine Zumutung, in
888 fünfundsiebzig Quadratmetern kann äh schlimmstenfalls noch eine
889 vierköpfige Familie leben und das ist schon eine Zumutung aber es
890 kann nie eine Großvater und eine Großmutter drin leben net das
891 heißt also daß der geförderte Wohnbau eben nur weil nur
892 wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen sind mittlerweile so
893 konzipiert daß eigentlich äh ungewollterweise die Kleinfamilie,
894 vordergründig äh ah le zusammenleben muß also, ah die
Rückführung
895 in eine Großfamilie ist ja nicht möglich äh in einer so
896 schnellebigen Zeit sind wir ja als Eltern mit Kindern völlig
897 überfordert wie haben ja erst vierzig Jahre Erfahrung als
898 Kleinfamilie net und das dann noch in der Geschwindigkeit net also
899 die ganzen Schwierigkeiten die heute sind bei Kindern und bei
900 Erwachsenen Selbstmordraten und so weiter kommt ja nicht kommt ja
901 ungefähr kommt ja auch nicht von Ungefähr net kommt ja auch von
902 dieser Ecke daß eigentlich äh Eltern mit Erziehung
überfordert
903 sind weil sie selber in einem Suchprozeß drinnen sind und
904 demzufolge mit den zusätzlichen Fragen der Kinder äh einmal
905 überfordert sind rein inhaltlich dann auch zeitlich äh nicht mehr
906 Zeit finden für sich selber wo sie sich zurückziehen
können und
907 demzufolge, wir auf den besten Wegen sind sehr degeneriert ei äh
908 zu leben, zum Beispiel die Rolle von älteren Leuten im
909 Kindergarten net könnte man ja wieder reintegrieren net
910 Opaomarolle, Geschichten erzählen, schöne Zeiten, wenn ich dann
911 wieder schaue welches stupides Gesetz wir haben also man sagt auf
912 Staatsebene, der wichtigste Kern der Gesellschaft ist die Familie,
913 und ich kenne einige Familien die müssen sich trennen, oder
dürfen
914 nicht heiraten, obwohl sie Kinder haben oder heiraten möchten oder
915 schon verheiratet sind die trennen sich wieder damit sie die
916 Punkte zusammenkriegen damit sie zu ihrer Wohnung kommen, also das
917 sind Stilblüten die eigentlich nur aus der Wirtschaftsecke kommen
918 können ähh obwohl ich ja Wirtschaftler bin ha aber ich der
Meinung
919 bin äh die Wirtschaft ist eben ein Subsystem der Gesellschaft, und
920 die Wirtschaft kann eigentlich langfristig nur so gut sein sogut
921 der Mensch äh eben die Wirtschaft leitet gut ist und der Mensch
922 ist immer auch ein Teil der Gesellschaft und nicht der Wirtschaft,
923 das heißt ich bin ja gleichzeitig Manager oder Unternehmer,
924 Konsument, ich bin ja auf beiden Seien, bin im äh im äh äh
925 Kulturverein drinnen und bin gleichzeitig der der Sponsor also ich
926 spiele ja viele Rollen und deswegen äh wenn da äh nicht die
927 Widersprüchlichkeit aufgehoben wird dann wird die Wirtschaft zum
928 Feind und dann gibt es Revolte, also die freie Marktwirtschaft wie
929 man sie heute proklamiert im Rahmen der Globalisierung ist sowieso
930 äh hirnrissig, also das sind nur wirklich die fundamentalistischen
931 äh Freigeister die glauben man könnte sozusagen die
932 frühindustrielle Zeit zurückrufen net also das ist vorbei also
das
933 gibt es auch nicht mehr, und äh deswegen denke ich das gerade in
934 diesem Bereich sehr sehr viel, zu ändern ist und das war
935 eigentlich der Grund wo ich s wo ich gesagt habe daß ich mit
936 meinem Managementwissen muß ich Dinge tun die außerhalb der
937 Wirtschaft liegen weil mich die faszinieren, weil ich dort sehe wo
938 man den Hebel anzusetzen hat wenn die Gesellschaft krank ist ist
939 die Wirtschaft krank wenn die Wirtschaft krank ist sind die in Gr
940 in einem äh un ja in einem, nicht guten Verhältnis äh
Situationen
941 ausgeliefert die sehr gefährlich sein können, ich nehme nur
einmal
942 so Geschichten hehr eben nochmals einen Atommeiler net, die
943 Technik hat es möglich gemacht daß wir heute ähh Dinge in
die Welt
944 gesetzt haben die nicht mehr scheitern dürfen, net eine Sachen
945 kann nur gut sein wenn sie Scheitern darf, wenn ich etwas tun muß
946 was nicht scheitern darf obwohl die Wahrscheinlichkeit auch
947 gegeben ist daß es scheitern könnte, dann bin ich eigentlich so
948 ein armer Teufel daß ich eigentlich diese Entscheidung die war
949 nicht souverän sondern die war bedingt und bedingte Entscheidungen
950 sind immer gefährliche Entscheidungen net die Katastrophen haben
951 wir ja schon erlebt, Sie sehen schon da und das sind alles äh
952 Sachen die mich faszinieren und äh aus dem Grund ich äh
außerhalb
953 meinen ureigentlichen Bereich sehr viel tue, net weil ich mich alt
954 fühle sondern weil ich der Meinung bin, ich muß dann etwas tun
wo
955 ich noch die Energie habe und wo ich eben gewisse Zusammenhänge
956 aus meine Sicht her verstehe und ich glaube da könnte man etwas
957 bewegen äh um etwas anders zu tun, und in dem Institut zum
958 Beispiel sind wir gerade dabei auf europäischer Ebene zusammen mit
959 der Universität [Stadt 3] ein Seniorenuniversittätskonzept zu
960 entwickeln net, und zwar nicht Universität wo die Senioren dürfen
961 freiwillig an die Universität gehen das heißt äh äh
weil eben äh
962 normalerweise dürfen sie ja nicht hingehen net also das ist in
muß
963 ja immer beschlossen werden daß Senioren dürfen zu Vorlesungen
964 gehen wenn zuviel belegt ist dann dürfen die Senioren nicht
965 hingehen net, da sieht man ja schon wo es hingeht net denn die Uni
966 die Universität von heute ist ja nichts bessere nichts anders als
967 eine bessere Berufsschule sonst gar nichts net, Bildung wird dort
968 nicht gelernt, da wird Ausbildung gelernt ist Berufsschule eine
969 bessere, aber Bildung ganz gewiß nicht und wir sind eben dabei das
970 ganze, Universitätssystem was auch in Richtung Bildung geht zu
971 hinterfragen, also Suche nach äh eben nach, Phänomen
Verständnis
972 Phänomen Leben zu verstehen zu verstehen also Bildung in diese
973 Richtung, und zwar nicht nur als Beschäftigungstherapie sondern
974 weil diese Wissen die sogenannte Erfahrenswissen als anerkannte
975 Wissenschaft wieder zurückfließen muß in die
Gesellschaft, das ist
976 es
977 I: Ich bedanke mich
978 M42: (Räuspern)
979 I: Gibt es innerhalb äh Ihres Lebenslaufes noch was was Sie jetzt
980 ganz spontan sagen da möchten Sie S da möchten Sie noch etwas
981 dazufügen oder so?
982 M42: Nein ich glaube ich habe schon so ein bißchen meine markanten
983 Punkte und meinen Charakter so ein bißchen beschrieben, vielleicht
984 noch ein bißchen äh herausgestrichen was früher die
Präpotenz war,
985 einfach weil ich halt eben ein eigensinniges Kind war, rebellisch
986 und äh s äh hat danach durch diesen einschneidenden Erlebnissen
987 mit meinem Vater da habe ich begonnen auf Fundament zu gießen zu
988 bauen also Fundamente zu gießen also da habe ich angefangen ja
989 wirklich mir ein persönliches menschliches Konzept äh aufzubauen
990 äh weil ich äh für mich etwas Wichtiges ist die innere
991 Ausgewogenheit, Freizeit Familien Beruf die müssen von der
992 Wertigkeit für mich gleichviel wert sein sonst kann ich nicht
993 souverän sein, und des äh war irgendwo ist so ein bißchen
mein
994 Leitfaden, und das mach ich gebe ich immer den Leuten, das habe
995 ich danach erfahren weil klarerweise wenn du finanziell nichts
996 mehr bist äh kannst du merkst du daß die andern Sachen eine
Rolle
997 spielen das waren für mich so einschneidende Erlebnisse und
998 eigentlich, meinen beruflichen Werdegang hat eigentlich meine
999 Leben gezeichnet und vor a vor allem durch diese einschneidenden
1000 äh Erfahrungen die ich gehabt habe und die äh hat sich dann
1001 rückgekoppelt in mein berufliches Verhalten also meine Berufsethik
1002 geht genau in diese Richtung
1003 I: Danke nur noch zur Orientierung hätte ich eine Fragen noch
1004 vielleicht das Maturajahr nur damit ich das in der in der
1005 Zeitskala
1006 M42: Also das Maturajahr
1007 I: Oder sagen Sie mir irgendein anders Jahr wos wo sie oder das
1008 Jahr wo Sie
1009 M42: Das meine ich war äh sechsundneu sechsundsiebzig
1010 I: Sechsundsiebzig
1011 M42: Ja
1012 I: Und ähm wo Sie äh freier Mitarbeiter geworden sind von einem
1013 Beratungsunternehmen
1014 M42: Das war äh, Moment, einundachtzig
1015 I: Das ist nur damit ich ganz grob
1016 M42: Ja ja einundachtzig
1017 I: Mehr brauche ich gar nicht sonst innerhalb ist das total bündig
1018 äh
1019 M42: Mhm
1020 I: Scheint mir da habe ich eigentlich keine Fragen mehr dazu also
1021 und es ist auch so Sie haben zum Thema Erwachsenenbildung schon
1022 sehr viele Aussagen gemacht
1023 M42: Mhm
1024 I: Sodaß ich mir überhaupt frage weil ich habe nach dem Konzept
1025 M42: Ja ich habe schon gelesen ja
1026 I: Hätte ich ja zwei Interviews so sodaß ich ich muß erst
1027 nachschauen aber vielleicht habe ich da schon genug
1028 M42: Mhm m
1029 I: Sonst würde ich nocheinmal bitten aber das würde dann nur mehr
1030 M42: Ja
1031 I: Kü kürzer sein wie dieses mal gel
1032 M42: Das würde schon passen
1033 I: Ich bedanke mich
1034 M42: Gerne geschehen, jetzt haben Sie wieder jemand neuen
© 1998 