Pöhl Stefan: Lernbiographien von ErwachsenenbildnerInnen. Lebensgeschichtliche Einbettung der erwachsenenbildnerischen Lern- und Lehrgegestände von vier Südtiroler EwachsenenbilderInnen. (Diplomarbeit) Innsbruck 1998.


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Erzähl- und biographietheoretische Interpretation der Biographien

Die folgende Interpretation der Biographien bildet die Basis für die weiter unten folgende themabezogene Interpretation bezüglich der lebensgeschichtlichen Einbettung der erwachsenenbildnerischen Lern- und Lehrgegenstände. Diese Interpretation basiert auf der Theorie des narrativen Interviews und der Vorlage von Heinz BLAUMEISER (siehe unter “Methodologisches”) und folgt dem Lebenslauf vom Anfang bis zum Interviewdatum. Anhand von Themen und Motiven soll ein Gesamtzusammenhang der Biographie erstellt werden, der der “biographischen Gesamtformung” von SCHÜTZE und BOHNSACK nahekommt und auf den in der themabezogenen Interpretation dann nur mehr partiell zugegriffen zu werden braucht, ohne daß dort noch einmal diese Gesamtzusammenhänge dargestellt werden müssen. Die Reihenfolge der Darstellung der Themen ist eine chronologische, entlang dem Lebenslauf der Interviewten. Die Motive sind eher in Gruppierungen, die um Leitmotive zentriert sind und den Lebenslauf nur in sekundärer Hinsicht berücksichtigen, dargestellt. Als ein Hilfsmittel für diese Interpretation dienen auch die tabellarisch erstellten “äußeren Biographien” und das “äußere Geschehen” (siehe “Anhang”), die den Lebenslauf (Verkettung tatsächlicher Ereignisse - BECK) abbilden.

W39: 1968, Krisen und Kunst

Beschreibung und Diskussion der Themen
Das Oberthema “ SCHÖNE KINDHEIT ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Dorf” faßt folgende Beschreibungen zusammen: Das Dorfleben in Dorf3 in ihrer Kindheit, den Umzug von Stadt3 in Stadt4 und ihre Arbeit in Stadt4.

Das Oberthema “ SCHULE”:
Das Oberthema “SCHULE” beinhaltet das Thema “ Schule”, dieses faßt folgende Beschreibungen zusammen: Den Volksschulbesuch in verschiedenen Ortschaften, in die W39 mit den Eltern umzog, das Spielen mit den jüngeren Geschwistern, die Fahrt zur Mittelschule mit dem Autobus, den ersten Berufswunsch Lehrerin, den Wunsch, die Kunstschule zu besuchen, das Durchfallen in der Lehrerbildungsanstalt, ihre Disziplinarprobleme im Schülerinnenheim und in der Kindergärtnerinnenschule, welche den Abbruch des Besuchs dieser Schule bewirkt. Auf ihre erste Tochter bezogen sind unter dieses Thema auch noch W39’s Beschreibungen des Kindergartenbesuches und der Volksschule in Stadt3 zusammengefaßt, auf die zweite Tochter bezogen wird deren Studium in der Stadt5 erwähnt.

Das Oberthema “ SPASS UND PROVOKATION ”:
Das Oberthema “SPASS UND PROVOKATION” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Schule” mit der Beschreibung ihrer Abneigung gegenüber den Klosterschwestern in der Kindergärtnerinnenschule und im Heim. Das Thema “ 1968” mit der Beschreibung des Indianerspielens mit den Geschwistern, der Beschreibung des “Spürens” des Aufruhrs als “1986” nach Stadt1 kam und mit der Geschichte über das Herumtanzen um einen Flußstein.
Das Thema “ Leute kennenlernen ” mit der Beschreibung des Kennenlernens von neuen Leuten in der Oberschulzeit. Das Thema “ Leute schockieren ” mit der Beschreibung des Glaserin-Seins in Stadt4. Das Thema “ wenigstens gehört es dir (enteignender Tourismus) ” in der Beschreibung von Tourismus in Gegend2 und in Südtirol.
Das Thema “ Leute: Frauen gegenüber chauvinistische ” mit der Beschreibung über das Nicht-Zugelassenwerden zum Männerberuf Tischler in Stadt4.

Das Oberthema “ AUTONOMIE UND KRISEN - ITALIEN ”:
Das Oberthema “AUTONOMIE UND KRISEN - ITALIEN” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ verhindertes Sahneessen ” in der erzählerischen Form einer Geschichte, die W39 als erste Erinnerung aus der Kindheit deklariert. Diese Geschichte handelt vom lustvollen Sich-Entfernen von Zuhause und dem frustrierenden Zurückgeholtwerden.
Das Thema “ Unerreichtes” mit den Beschreibungen des Berufswunsches Lehrerin in der Mittelschule, des unrealisierten Schulwunsches Kunstschule in der Oberschule und des verhinderten Berufswunsches Tischlerin in Stadt4.
Das Thema “ hinausbugsiert und kaltgestellt ” mit den Beschreibungen des Hinausbugsiertwerdens aus Schülerinnenheim und Kindergärtnerinnenschule und der abgelehnten Unterstützung durch die Schwiegereltern für einen Hauskauf in Gegend2. Das Thema “ da hab ich mir gedacht (Entscheidungssituationen) ” mit den Beschreibungen der Entscheidung zu heiraten um sich von Zuhause unabhängig zu machen und den Entscheidungen für die Umzüge nach Gegend2, Stadt3, Gegend3, wieder Gegend2, und nach Stadt4.
Das Thema “ Tochter gekriegt (Muttersein) ” beinhaltet die meisten Textstellen, die von ihren Töchtern handeln: die Geburt ihrer ersten Tochter, der Umzug wegen ihrer Tochter nach Stadt3, der Kindergartenbesuch in Südtirol, der Umzug wegen ihrer Tochter von Stadt3 nach Stadt4, ihre Tochter als Argument bei den Schwiegereltern für eine Unterstützung für einen Hauskauf, die Einschränkung in den Wanderungen durch ihre zweite Tochter, der Umzug mit ihrer zweiten Tochter als Flucht vor dem Vater.
Das Thema “ Herumzigeunern und ganz woanders herauskommen ” beinhaltet Beschreibungen und Geschichten über die geographische Mobilität von W39 als Kind und als Jugendliche bzw. Erwachsene und es beinhaltet auch die Beschreibungen und Geschichten über Wanderungen. In ihrer Kindheit zog sie öfters mit ihren Eltern um: von Gegend1 nach Stadt1, nach Dorf1, nach Dorf 2, nach Dorf3 ging sie in die Volksschule, nach Dorf4 zog sie mit den Eltern wieder um, nach Dorf5 fuhr sie in die Mittelschule, nach Stadt1 ging sie ins Schülerinnenheim und in die Oberschule. Zu dieser Lebensphase in Dorf2 gehört auch die schon erwähnte Geschichte über das verhinderte Sahneessen. Die eigene Mobilität als Jugendliche und Erwachsene führt sie nach Stadt2, nach Gegend2, nach Stadt3, nach Gegend3, wieder nach Gegend1, für zwei Jahre zurück nach Südtirol, wieder nach Gegend2, für 3 Jahre wieder nach Stadt3, nach Stadt4 und zurück nach Südtirol (In dieser unübersichtlichen Beschreibung der Orte dürfte Stadt4 mit Gegend2 oder Gegend3 zusammenfallen). Über die Wanderungen nach dem ersten beschriebenen Nervenzusammenbruch in Gegend2 (oder Gegend3?) wird auch mit der Geschichte über das Verirren und über das Ganz-woanders-Herauskommen in den “Cavoni Etruschi” berichtet. Das Thema “ meine Ruhe haben (Autonomie) ” mit den Beschreibungen über das ihr “Gegen-den-Strich-Gehen” der Klosterschwestern in der Oberschule und Heiraten um dem Elternhaus zu entkommen. Das Thema “ Leute: gefährliche ” beinhaltet die Beschreibung über die gefährdete Sicherheit ihrer Tochter in Stadt3. Das Thema “ meine Nervenkrisen ” beinhaltet die Beschreibungen von zwei Nervenzusammenbrüchen.
Das Thema “ Krisenbewältigung” beinhaltet die Beschreibung, wie Stadt3 verlassen wird, die Geschichte über die Reaktion eines Mannes, mit dem sie offenbar zusammenlebte, auf eine Nervenkrise, die Beschreibungen über die Wanderung nach ihrem ersten größeren Nervenzusammenbruch und dem Horoskopstudium nach ihrem zweiten größeren Nervenzusammenbruch.
Das Thema “ Alleinsein” ist (nur) mit dem Thema Krisenbewältigung verlinkt.
Das Thema “ irgendsoeine ganz tolle Geschichte (Männer) ” beinhaltet die meisten Textstellen mit Beschreibungen und Geschichten, in denen ihre Beziehungen zu Männern erwähnt werden: Die Entscheidung von Stadt3 doch nicht in Gegend3 zu ziehen, wo sie eine “ganz tolle Geschichte” gehabt hätte, sondern in die “schöne” Gegend2, weiters die schon erwähnte Reaktion einer männlichen Beziehungsperson auf eine Nervenkrise von ihr, den Vater der ersten Tochter mit dessen Eltern als potentiellen Geldgebern, und einen “durchdrehenden” Lebenspartner, der die zweite und endgültige Rückkehr von W39 nach Südtirol auslöst.
Das Thema “ nichts sehr Tolles (ungeliebte Beschäftigung) ” mit der Beschreibung der ungeliebten Beschäftigung mit “vetri, spechi, cornici” in Stadt4. Das Thema “ sich nett einrichten ” mit der Beschreibung des Sich-nett-eingerichtet-Habens nach der Geburt ihrer zweiten Tochter und vor der Rückkehr nach Südtirol. Das Thema “ Kirschbaum” aus der schon erwähnten Geschichte darüber, wie W39 sich in den “Cavoni Etruschi” verirrte, ein Kirschbaum sie aber vor der Verzweiflung errettete. Das Thema “ schwieriger Neuanfang in Südtirol2 ” mit den Beschreibungen der Vorzüge der Sonnenuntergänge in der Gegend2 und über das bei der Rückkehr nach Südtirol “liegengelassene Geld”.

Das Oberthema “ LERNEN” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Lehrer” mit der Beschreibung des Keramiklehrers in Stadt1 während dem Zwischenaufenthalt in Südtirol. Das Thema “ von Leuten lernen ” mit der Beschreibung des Lernens in Sachen Keramik von Leuten in der Gegend2. Das Thema “ Licht und Sonnenaufgänge ” mit der Beschreibung des Lichts und der Sonnenuntergänge in Gegend2 - Landschaft und Geschichte sind weitere ästhetische Motive von W39. Das Thema “ gelernt und studiert ” mit den Beschreibungen über das Keramiklernen, das Tischlerlernen (eigentlich eine Bewertung), das Befassen mit dem Horoskop und mit biographischen Schlüssen daraus. Das Thema “ Antikes und geschichtliche Sachen ” mit den Beschreibungen der “Cavoni Etruschi”, der Landschaft in der sie Wanderungen unternahm, und der Argumentation eines Grundsatzes über den sparsamen Mitteleinsatz bei der Arbeit mit Keramik. (Offensichtliche Bewertungen, Schlüsse und Argumentationen gehörten eigentlich als Motiv codiert.)

Das Oberthema “ GELD-SICHERHEIT-ETABLIERUNG” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Geld” beinhaltet die Beschreibungen über das bei der Rückkehr nach Südtirol beim damaligen Lebensgefährten “liegengelassene” Geld, und den sparsamen Einsatz von Arbeitsmitteln, den sie als Keramiklehrerin vertritt. Das Thema “ schauen daß ich weiterkomme ” bezieht sich (eigentlich als ein biographischer Kommentar) auf die Konsequenz aus dem “liegengelassenen” Geld. Das Thema “ pragmatisches Geldverdienen statt Individualismus ” bezieht sich auf die Beschreibung der Keramikkurse für Kinder.

Das Oberthema “ GESTALTEN - KNOW HOW ” bezieht sich auf die Beschreibung von Fachwissen über Keramik.

Das Oberthema “ LEHRE = EB ”:
Das Oberthema “LEHRE = EB” enthält folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Kurse” erfaßt alle Textstellen, die über Kurse berichten. Das Thema “ jeder kann tun was er will (Didaktik) ” beinhaltet Beschreibungen über das didaktische Konzept von W39. Das Thema “ Erfolg (als Erwachsenenbildnerin) ” bezieht sich auf eine Beschreibung, die den Erfolg von W39 mit ihren Kursen bei den KursteilnehmerInnen zum Ausdruck bringen.
Beschreibung und Diskussion der Motive
Das Leitmotiv “ SPASS UND NEUES ” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ Spaß haben ” beinhaltet die Coda zur Geschichte vom verhinderten Sahneessen mit dem Protest gegen dieses verhinderte Sahneessen, den biographischen Kommentar, daß die Zeit, als “1968” nach Stadt1 kam, eine tolle Zeit war, die Argumentation, sie habe beim Leute-Schockieren in Stadt4 immer “eine Hetz” gehabt. Das Motiv “ die Leute schockieren ” bezieht sich auf die oben schon genannte Argumentation über das Leute-Schockieren in Stadt4. Das Motiv “ bei Neuem dabeisein ” bezieht sich auf die Argumentation, den Aufruhr von 1968 in Stadt1 gespürt zu haben.

Das Leitmotiv “ AUTONOMIE”:
Das Leitmotiv “AUTONOMIE” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ gegen den Strich gehen = Autonomiebestreben ” enthält ebenfalls die Coda zur Geschichte vom verhinderten Sahneessen mit dem Protest dagegen, und die Coda zur Geschichte vom versuchten Hauskauf, in der die eigene Reaktion auf das Angebot der Schwiegereltern ihre Tochter aufzunehmen als unerfahrenes jugendliches Verhalten kommentiert wird.
Der biographische Kommentar, daß ein Zuhausebleiben ein Kaputtgemachtwerden bedeutet hätte – deshalb die Heirat. Der biographische Kommentar über das “nicht Socken waschen können” für Männer wegen dem eigenen “ausgeprägten Charakter” oder dem “zuwenig weiblich”-Sein oder weil sie zuviel mit sich selbst zu tun habe. Dem biographischen Kommentar darüber, daß sie es nach der ersten Rückkehr nach Südtirol dort nicht ausgehalten habe und deshalb wieder weggezogen ist. Der biographische Kommentar zu ihrer lebensgeschichtlichen Erzählung im Interview, indem sie ihre Biographie als “atypisches Puff” bezeichnet. Der Argumentation, in der Oberschulzeit aus dem Heim deshalb hinausbuggsiert geworden zu sein, weil ihr die Klosterschwestern gegen den Strich gegangen sind. Der Argumentation, daß man sie in Stadt4 nicht habe Tischlerin werden lassen, weil man dort chauvinistisch sei. Die Argumentation, daß die Reibpapierarbeit in Stadt4 “nichts sehr Tolles” gewesen sei.
Das Motiv “ Ablehnung fremdbestimmter Arbeit ” enthält ebenfalls die Argumentation gegen die Reibpapierarbeit in Stadt4 als “nichts sehr Tolles”. Das Motiv “ sonst könnte man sich nichts erlauben - nur Arbeitengehen und Dressiertsein ” bezieht sich auf die Argumentation über die Wichtigkeit von 1968:

368 (...) und achtundsechzig ist eben das Ganze
369 aufgekommen, daß man hingegen überhaupt nicht so sein muß,
370 überhaupt nicht so eingeschachtelt sein . und so weiter . ist ganz
371 ein neues Bewußtsein, achtundsechzig ist etwas wo wo warum man
372 sich jetzt hier die Sachen erlauben kann, denn sonst könnte man
373 sich hier nichts erlauben . könnte man nur arbeiten gehen und wäre
374 dressiert (...)

Das Leitmotiv “ BEWÄLTGUNG” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ fehlender Rückhalt bei Eltern ” bezieht sich auf die Coda der Geschichte über den versuchten Hauskauf, in der sie ihre Fluchtreaktion auf das Angebot ihrer Schwiegereltern, ihre Tochter zu behalten, kommentiert. Den biographischen Kommentar über den von ihr nicht empfundenen Rückhalt bei den Eltern, weil sie nicht so akzeptiert worden sei, wie sie war. Das Motiv “ Umzugsnotwendigkeit” beinhaltet die Argumentation darüber, aus Stadt3 wegen der Sicherheit der Tochter wegzuziehen und die Argumentation, wegen einer Nervenkrise aus einer Großstadt wegziehen zu müssen.

Das Leitmotiv “ LEGITIMATION”:
Das Leitmotiv “LEGITIMATION” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ Legitimation für Persönlichkeit ” bezieht sich auf den biographischen Kommentar, in dem W39 ihre “reinrassige DNA” für ihre Persönlichkeit mitverantwortlich erklärt. Mit “Persönlichkeit” bezieht sie sich dabei wohl auf ihre Unangepaßtheit. Das Motiv “ Umzugslegitimation” beinhaltet die folgenden schon erwähnten biographischen Kommentare und Argumentationen: fehlender Rückhalt bei den Eltern, das Wegziehen von Stadt2 und Stadt3 wegen ihrer Tochter
Weiters die schon erwähnte Argumentation, aus Furcht vor dem Vater ihrer zweiten Tochter zurück nach Südtirol gezogen zu sein. Dazu kommt die bisher nicht erwähnten Argumentation, das “Herumzigeunern” sei ihr als Kind schon von den Eltern angewöhnt worden. Das Motiv “ Legitimation für Lehre ” beinhaltet den biographischen Kommentar, daß das “Horoskopstudium” für sie ergeben habe, daß sie sich in Südtirol auf Keramik konzentrieren solle und daß sie ihr Wissen weitergeben solle, und weiters den biographischen Kommentar, daß sie aus den Nervenkrisen und durch Herumexperimentieren zu einer künstlerischen Darstellungskraft gelangt sei, die es ihr erlaubte, nun andern Leuten etwas zu sagen.

Das Leitmotiv “ NUTZBARMACHUNG DER ERFAHRUNG, SINNSTIFTUNG IN BIOGRAPHIE ” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ Naivitäts- und Integritätsverlust ” enthält die Coda zur Geschichte von der nichtgegessenen Sahne, in der gegen das Nichtessen-Dürfen der Sahne protestiert wird; den biographischen Kommentar in dem W39 sich bis in Stadt3 als “Heidi und Zöpfchen” und als integer beschreibt.
Das Motiv “ Unerfülltes erfüllen - Geschehenes legitimieren ” enthält die biographischen Kommentare über die unerfüllten Berufs- bzw. Schulwünsche Lehrerin und Kindergärtnerinnenschule.
Das Motiv “ biographische Reflexion ” enthält die Coda zur Geschichte mit dem versuchten Hauskauf und den biographischen Kommentar über Bildung und Lernen, der zu einer biographischen Reflexion der einzelnen Lebensphasen gerät und von dem die Selbstbeschreibung mit “Heidi und Zöpfchen” ein Teil sind. Auf den gleichen biographischen Kommentar bezieht sich das Motiv “ Lernbiographie”.

475 W39: Jaja was von mir aus unter Bildung und Lernen also, am Anfang
476 kommt einmal überhaupt ein Studium o über was man selber ist, dann
477 ist man schon im Leben drinnen und ist alles ein Chaos, dann mußt’
478 erst erst schauen nocheinmal etwas zu verstehen, danach das ganze
479 Herumziehen und andere Kulturen und andere Leute kennenlernen so
480 richtig weißt’ die anderen Personen und, so weiter durchzutesten .
481 das ist einmal bis zu einem gewissen Abschnitt ganz gut gegangen .
482 danach das mit der Keramik anfangen und dann wieder gehen, weil
483 ich hab’s da heroben nicht ausgehalten, ich habe damals nicht
484 gekonnt das war mir zu eng . dann bei der nächsten Gelegenheit bin
485 ich wieder nach unten gestartet, und das in [Stadt3] drinnen, das war
486 eigentlich . wieder ein anderer Lernprozeß da, weil das ist dann .
487 das war wieder ganz anders, weil so die Großstadt, das ist etwas,
488 was ich eigentlich als . als von [Dorf 2] herunter mit Zöpfchen und
489 Heidi . ja bis ich bis ich [Stadt 3] hinunter bin, war ich schon noch
490 mit Zöpfchen und Heidi . und das ist dann unten so langsam
491 vergangen, und danach, da war dann schon richtig ah . ja das ist
492 einmal äh, der erste Abschnitt ist einmal nur so . das durch
493 durchzuverstehen, und dann das Großstadtleben, da habe ich einen
494 Ding, da habe ich auch, nicht einen Nerven, aber da, sagen wir,
495 bis dahin war ich praktisch von meiner inneren Inte Integrität
496 immer
Das Motiv “ Nutzen aus Krisen ” enthält den biographischen Kommentar über das Lernen aus den Nervenkrisen. Das Motiv “ Zukunftslust - affronto - Erfahrung nutzen - Fäden zusammenziehen ” beinhaltet die als biographische Kommentare gefaßten Bemerkungen von W39, die auf ein erwartungsvolles Orientiertsein auf die Zukunft hindeuten und den biographischen Kommentar über die Zukunftspläne, in denen es um eine ökonomische Verbesserung geht, um Erfolg als Künstlerin um ein “Fäden zusammenziehen”, d.h. ein Nutzen der bisherigen Lebenserfahrung.

Das Leitmotiv “ AUFSTIEG” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ Wissen und Materialien hüten ” enthält die Argumentation über die notwendige Nicht-Weitergabe von Berufsgeheimnissen aus dem Bereich Keramik. Das Motiv “ nur noch schauen daß ich weiterkomme ” bezieht sich auf den biographischen Kommentar über das bei der Rückkehr nach Südtirol “liegengelassene” Geld, in dem sie die bisher vernachlässigte Pensionsvorsorge erwähnt. Das Motiv “ mehr Kurse und Geld - persönlich Ausstellung ” bezieht sich, neben dem schon erwähnten biographischen Kommentar über Bildung und Lernen, auf zwei weitere biographische Kommentare, die für die Zukunft “noch andere Kurse”, “mehr Geld” und “eine persönliche Ausstellung” vorsehen, und auf die Argumentation, daß die Nachfrage nach den Kursen geringer sei, als sie es sich wünsche.
Entwicklung der Themen und der Motive
Die in der lebensgeschichtlichen Erzählung von W39 erkennbaren Aufschichtungen lassen eine Entwicklung der Themen und Motive erkennen, in dem Sinne, daß ein Oberthema in den Hintergrund tritt und ein anderes dafür in den Vordergrund. Andere Oberthemen bleiben in dieser Interpretation in sich abgeschlossen und finden keine Fortsetzung.

Die Oberthemen “ SCHöNE KINDHEIT ” und “ SCHULE” bleiben für sich stehen. Das Oberthema “ SPAß UND PROVOKATION ” tritt etwa zwischen dem 15. und 27. Lebensjahr auf und geht in das Oberthema “ GESTALTEN - KNOW-HOW ” über, das mit dem 31. Lebensjahr beginnt. Das Oberthema “ AUTONOMIE UND KRISEN - ITALIEN ”, das einen wichtigen Mottor in der Intervention der Zeitgeschichte durch “ 1968” hat, geht in das Oberthema “ GELD - SICHERHEIT - ETABLIERUNG ” über, das mit dem 33. Lebensjahr beginnt. Das Oberthema “ Lernen”, das mit dem 23. Lebensjahr beginnt, ist nicht verbunden mit dem früheren Oberthema “ SCHULE” UND ENTWICKELT SICH ZUM OBERTHEMA “LEHRE=ERWACHSENENBILDUNG ”.

Eine chronologisch geordnete Sicht der Themen ergibt während der Italien-Phase eine Polarisierung von positiv und negativ Bewertetem in dieser Italien - Phase (20. bis 33. Lebensjahr) und tendenziell mehr positiv Bewertetes nach der Rückkehr nach Südtirol.

Bei den Leitmotiven steht “ SPAß UND NEUES ” für sich. Das Leitmotiv “ AUTONOMIE”, das W39’s Reflexion des Themas “Autonomie” darstellt, kann als ein Ausgangspunkt gesehen werden, von dem aus sich andere Leitmotive entwickeln. So ist dieses Leitmotiv als Ursache für das Leitmotiv “ LEGITIMATION” zu sehen und auch als Ursache für das Leitmotiv “ BEWäLTIGUNG” (von Krisen). Wo die Reflexion des Themas “Autonomie” also nicht hinreicht, dort greift das Leitmotiv “ LEGITIMATION”, womit besonders die Gründe für W39’s Ortswechsel gemeint sind. Auch “Lehre” bleibt legitimationsbedürftig. Das Leitmotiv “ BEWäLTIGUNG” ist seinerseits der Ausgangspunkt für das Leitmotiv “ ÄSTHETIK” und das Leitmotiv “ NUTZBARMACHUNG DER ERFAHRUNG, SINNSTIFTUNG IN BIOGRAPHIE ”. Dieses letzte hat als Ableger das Leitmotiv “ AUFSTIEG”.

W54: Familientradition, Überholen und Selbstbeschränkung

Beschreibung und Diskussion der Themen
Das Thema “ Ursprungsfamilie: mit Berufstradition, Dominanz von Bildung und Schule ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ alles Lehrer - Familientradition ” mit den Beschreibungen “Elternhaus: Eltern und Großväter waren Lehrer”, “Wiederzusammenkommen mit Schwester in LBA” [20], “Eltern entscheiden eigenartigerweise sie + Schwester in LBA”, “Studium der Pädagogik”, “alle Geschwister Lehrer geworden” und “Lehrer geheiratet”. Das Thema “ immer um Schulisches gegangen - Bildung ist dominantes Thema ” mit den Beschreibungen “Geburt, Elternhaus: Lehrertreffen, Vater: Zonenlehrer”, “Elternhaus: Eltern und Großväter waren Lehrer”, “Großmütter bei Kindern mitgeholfen”, “alle 4 Geschwister lesen bei Schuleintritt”, “Elternhaus: Fibeln, Lesebücher und Rechenbücher waren da”, “Frühgelerntes Buchstabenschreiben durch Mutter”, “Schulisches in Freizeit in Elternhaus”, “Freizeit: keine Autos und Sport, Wandern, Gespräche, Arbeiten am Haus, Lektüre, Spiele” und “Eltern lehren Musik, Kinder schauen zu”.

Das Thema “ Ursprungsfamilie: besser als andere und kulturelles (Bildungs)Zentrum sein ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Treffpunkt im Elternhaus - Kulturelles Zentrum sein ” mit den Beschreibungen “Geburt, Elternhaus: Lehrertreffen und Musikkurse, Vater: Zohnenlehrer” und “Eltern lehren Musik, Kinder schauen zu”. Das Thema “ schon lesen können - Familie: besser als andere sein ” mit den Beschreibungen “Geburt, Elternhaus: Lehrertreffen und Musikkurse, Vater: Zonenlehrer”, “alle 4 Geschwister lesen bei Schuleintritt”, “Aufnahmeprüfung + Mittelschule + Matura oder Handelsschule, kaufmännische Lehren, Töchterschulen”, “LBA: Einstieg in 2. Klasse” und “Mitschüler in LBA nur einjährige Mittelschule”.

Das Thema “ Ursprungsfamilie: Freizeit = Arbeitszeit ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Freizeit - Zeit: Freizeit, Arbeitszeit ” mit den Beschreibungen “Schulisches in Freizeit in Elternhaus”, “Freizeit: keine Autos und Sport, Wandern, Gespräche, Arbeit am Haus, Lektüre, Spiele” und “Erwachsenenbildungs-Weiterbildung: Kurbesuche in Freizeit”.

Das Thema “ Ursprungsfamilie: “modernes” Familienkonzept ” beinhaltet die Beschreibungen “Schulisches in Freizeit in Elternhaus”, “früherlerntes Buchstabenschreiben durch Mutter” und “alle 4 Geschwister lesen bei Schuleintritt”.

“Verschiedene Entwicklungen, die vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren dieses Jahrhunderts einsetzten, tragen dazu bei, den schon im 19. Jahrhundert angelegten Förderungsanspruch immer weiter voranzutreiben. Da sind zunächst neue Fortschritte in Medizin, Psychologie, Pädagogik, die das Kind in wachsendem Maße gestaltbar werden lassen.” (BECK / BECK-GERNSHEIM 1990, 168)


Das Thema “ als Jüngste unverdeckt aufholen ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ ohne 5. Klasse direkt gleich in - Aufholen ” mit den Beschreibungen “Einstiegsprüfung gewagt und geschafft” und “Volksschule und Aufnahmeprüfung für Mittelschule”. Das Thema “ geäußerte und nicht geäußerte Wünsche ” mit der Beschreibung “Wunschäußerung: Nachmachen, mit Schwester in Mittelschule”. Das Thema “ Schwierigkeiten gemacht oder nicht ” mit den Beschreibungen “Mathematik, sprachlicher Bereich, (nicht) Schwierigkeiten machen, starker Vater” und “Uni-Aufnahmeprüfung, Gefühl, Wörterbuch, nicht Muttersprache”. Das Thema “ gewagt und recht gut geschafft ” mit den Beschreibungen “Einstiegsprüfung gewagt und geschafft”, “Lehramtswettbewerbe und Unterrichtsstelle in Hauptort” und “Uni-Aufnahmeprüfung als Drittbeste bestanden”. Das Thema “ (bei Prüfung) natürlich die Jüngste und die Kleinste - Jüngste sein ” mit der Geschichte “Jüngste sein, Prüfungspräsident: Klasse verfehlt?”.

Das Thema “ Nähe zum Vater in Konkurrenz mit älterer Schwester ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ (bei Prüfung) natürlich die Jüngste und die Kleinste - Jüngste sein ” (siehe oben). Das Thema “ mein Vater hat das in Angriff genommen ” mit der Beschreibung “früherer Übertritt: elterliches Einverständnis, väterliche Vorbereitung”.

Das Thema “ Dritte als Leistungsbeurteiler ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Lehrer haben Grundverschiedenheit gemerkt - entscheidende Dritte ” mit den Beschreibungen “früher Übertritt: elterliches Einverständnis, väterliche Vorbereitung”, “Lehrer setzen sie neben Schwester und erkennen Grundverschiedenheit”, “Eltern entscheiden eigenartigerweise sie + Schwester in LBA” und “Eltern suchen Verwaltungsstelle für W54, Wechsel dahin”.

Das Thema “ Autonomie bei Arbeit und Aufstieg ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ den ganzen Nachmittag da vorbereitet - Autonome Leistungsfreude ” mit der Beschreibung “Unterrichtsvorbereitung für Bergschule”. Das Thema “ ich habe mich dort eingeschlichen - autonomes Informationeinholen ” mit der Beschreibung “Uni-Sommerkurse anschauen, Aufnahmeprüfung”.

Das Thema “ versteckter Aufstieg ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ X abgeschlossen und gleich Y, noch nebenbei ” mit den Beschreibungen “LBA mit 18 abgeschlossen, Lehrerdienst”, “Erwachsenenbildungs-Beginn: Deutschkurse für Staatsangestellte”, “Erwachsenenbildungs-Weiterbildung: Kursbesuche in Freizeit”, “geschickt organisierte Kinderbetreuung durch Mann”, “Lehramtswettbewerbe und Unterrichtsstelle in Hauptort”, “Uni-Aufnahmeprüfung als Drittbeste bestanden”, “Familie auf 3 Kinder angewachsen”, “gediegene Erwachsenenbildner-Grundausbildung, erste Kurse”, “Überstiege in Mittel- und Oberschule”, “Lehrgang für Grundschuldirektoren”, “intensive Erwachsenenbildung, Sabbatjahr, Erwachsenenbildungs-Inhalte, Kräftehaushalt”. Das Thema “ ich habe mich dort eingeschlichen - autonomes Informationeinholen ” (siehe oben). Das Thema “ verstecktes Aufsteigen ” mit den Beschreibungen “Promotion, erst hinterher gesagt, wo ich stehe” und “erste Erwachsenenbildungs-Anträge gekommen”.

Das Thema “ männliche Übergangs- / Berufseinstiegsmentoren ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Lachen” mit der Geschichte “Jüngste sein, Prüfungspräsident: Klasse verfehlt?” und Verbindungen zu jenen Themen, die Interviewsequenzen erfassen, in denen W54 lacht: Wie sie die Prüfung als Jüngste und Kleinste schafft und im Zusammenhang mit männlichen Mentoren, dem “Alleingang” und dem “Sabbatjahr”. Das Thema “ Schulmannausspruch: jetzt müssen Sie weitermachen - männliche Mentoren ” mit der Geschichte “Musik oder Studium, Entscheidung durch Schulmann” und der Beschreibung “Studium der Pädagogik”. Das Thema “ Erwachsenenbildung” mit den Beschreibungen “Erwachsenenbildung-Beginn: Deutschkurs für Staatsangestellte”, “Erwachsenenbildung-Weiterbildung: Kursbesuche in Freizeit”, “erste Erwachsenenbildungs-Anträge gekommen”, “gediegene Erwachsenenbildungs-Grundausbildung, erste Kurse”, “intensive Erwachsenenbildung, Sabbatjahr, Erwachsenenbildungs-Inhalte, Kräftehaushalt”, “mit Erwachsenenbildung überall hingekommen”.

Das Thema “ Familie: ‚postmodernes‘ Geschlechterverhältnis ” beinhaltet folgende Themen (und Motive):
Das Thema “ nicht gewöhnliche Situation, geschickt organisiert - postmodernes Geschlechterverhältnis ” mit der Beschreibung “geschickt organisierte Kinderbetreuung durch den Mann”.

Das Thema “ Volleinstieg in Erwachsenenbildung und Selbstbeschränkung ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Erwachsenenbildung” (siehe oben). Das Thema “ voll eingestiegen, voll im Einsatz ” mit der Beschreibung “intensive Erwachsenenbildung, Sabbatjahr, Erwachsenenbildungs-Inhalte, Kräftehaushalt”.

Das Thema “ mit Erwachsenenbildung überallhinkommen ” beinhaltet die Beschreibung “mit Erwachsenenbildung überallhingekommen”.
Entwicklung der Themen
Entwicklung des Oberthemas “ öFFENTLICHE FUNKTION ”: Ausgehend dem der Kindheit von W54 zugeordneten Thema “Ursprungsfamilie: besser als andere und kulturelles (Bildungs)Zentrum sein” über das Thema “mit Erwachsenenbildung überall hinkommen”, das der Zeit als etablierte Erwachsenenbildnerin zugeordnet ist, entsteht daraus das Oberthema “öffentliche Funktion”. Entwicklung des Oberthemas “ LEISTUNG: ALS JüNGSTE AUFSTIEG BIS ZUR SELBSTBESCHRäNKUNG ”: Am Beginn der Themenkette, die sich zu diesem Oberthema entwickelt, stehen drei von vier der Ursprungsfamilie zugeordnete Themen: “Ursprungsfamilie: besser als andere und kulturelles (Bildung-)Zentrum sein”, “Ursprungsfamilie: Freizeit = Arbeitszeit”, “Ursprungsfamilie: mit Berufstradition, Dominanz von Bildung und Schule”. Alle diese 3 Themen gehen über ins Thema “als Jüngste unverdeckt aufholen”, und dieses Thema ist der Ausgangspunkt der Folge von Themen: “Autonomie bei Arbeit und Aufstieg” , “versteckter Aufstieg”, “Volleinstieg in Erwachsenenbildung und Selbstbeschränkung” und schließlich dem Oberthema “Leistung: als Jüngste Aufstieg bis zur Selbstbeschränkung”. Entwicklung des Oberthemas “ MANN, DRITTER: ALS ÜBERGANGSMENTOR UND LEISTUNGSBEURTEILER ”: Das Thema “Dritte als Leistungsbeurteiler” entwickelt sich über das Thema “Nähe zum Vater in Konkurrenz mit älterer Schwester” und das Thema “männliche Übergangs- und Berufseinstiegsmentoren” zum Oberthema “Mann, Dritter als Übergangsmentor und Leistungsbeurteiler”. Entwicklung des Oberthemas “ FAMILIE, KINDERERZIEHUNG, GESCHLECHTERVERHäLTNIS ”: Das Thema “Ursprungsfamilie: ‚modernes‘ Familienkonzept” steht im Zusammenhang mit dem Thema “Familie: ‚postmodernes‘ Geschlechterverhältnis”, beide sind im Oberthema “Familie, Kindererziehung, Geschlechterverhältnis” zusammengefaßt.

Bei W54 sind (im Vergleich mit W39) schon in der Kindheit bedeutende und viele Themen zugeordnet.
Beschreibung und Diskussion der Motive
Das Leitmotiv “ ELTERNHAUS: FöRDERUNG, BERUFSTRADITION, NEGIERTES FREMDBESTIMMTSEIN, BESSERSEIN ” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ Dominanz des Bildungsthemas in Kindheit und Elternhaus - Begründung ” beinhaltet die Argumentationen “Freizeitbeschäftigung: billige und mögliche”, “Spiel im Elternhaus war erzieherisch wirkend”, “Schulisches in Freizeit weil: wenig ablenkende Freizeitmöglichkeiten” und “beschränke ich meine Aussagen - Ezählfocus”.
Das Motiv “ gefördert, überwacht - aber nicht überfordert werden von Eltern ” beinhaltet die Argumentationen “beflissene Mutter” (beim vorschulischen Schreibenlernen der Kinder), “Mutter sehr geschickt nur Deutsche Schrift”, “frühes Schreibenlernen war keine Überforderung” und “im schulischen Werdegang unterstützt und überwacht”. Das Motiv “ Bevorzugung gewünschte, von Eltern vermiedene, mit Leistung erreichte ” enthält die Argumentationen “keine Bevorzugung von Geschwistern im schulischen Werdegang”, “keine Bevorzugung war falsch verstandenes Gerechtigkeitsgefühl”, “väterliche Vorbereitung auf Aufnahmeprüfung: geduldig aber gutmütig”.
Das Motiv “ Besonderssein: Matura haben ” enthält die Argumentationen “Besonderssein durch alle Kinder mit Matura”, “eigenartigerweise die Bergschulenstelle bekommen”. Das Motiv “ fremdbestimmende Elternentscheidungen im Jugendlichenalter - verdeckte ” enthält die Argumentationen “Elternentscheidung weil: ihr Berufsziel Lehrerin; sie als Zugpferd”, “Eltern trauen Lehrdienst zu (aber nicht am Berg),” und “Bergschule für W54 unsichere Sache für Eltern - ohne mich zu fragen”, außerdem hat dieses Motiv eine Verbindung zum Thema “Lehrer haben Grundverschiedenheit gemerkt (entscheidende Dritte)”.
Das Motiv “ Lehrerberuf aller Geschwister - Begründung ” enthält die Argumentationen “keine Bevorzugung ist Grund für Lehrerwerden aller Geschwister” und “finanzielle Möglichkeiten ist Grund für Lehrerwerden aller Geschwister”. Das Motiv “ Berufswunsch Lehrerin: vorgegebener, unproblematisch feststehender, resistenter ” beinhaltet folgende biographischen Kommentare “vorgegebene Lehrtätigkeit”, “früher Entschluß: Lehrerin oder pädagogische Einrichtung”, “vorgesehener Schulweg: Lateinmittelschule + Matura”, “Abberufung in Verwaltungsstelle unangenehm” und “Verwaltungsstelle durchhalten”. Weiters beinhaltet dieses Motiv die Argumentationen “Lehrerin weil: Entschluß, zugetraut, Abschau-Möglichkeit” und “Elternentscheidung weil: ihr Berufsziel Lehrerin; sie als Zugpferd”.

Das Leitmotiv “ GESCHLECHTERVERHäLTNIS” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ Dankbarkeit für 1:1 - Geschlechterverhältnis im Leistungsbereich mit Ehemann ” enthält die Argumentation “Verständnis des Mannes erwähnen müssen”. Das Motiv “ für Frau gefahrvolle Erwachsenenbildung ” enthält die Argumentation “für Frau gefahrvolle Erwachsenenbildung wegen Fahrten”.

Das Leitmotiv “ LEISTUNG: AUFHOLPLAFOND SICH ERKLäREN, ALTERSKONSOLIDIERUNG ” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ Erwachsenenbildung” mit den Argumentationen “Erwachsenenbildungs-Beginn weil finanzielle Notwendigkeit”, Erwachsenenbildung zugeneigt, weil Sprachliches”, “kann soviel machen, weil ich aus der Tätigkeit schöpfe”, “nicht Schulbereich weil keine Ellbögen”, “nicht Schulbereich, weil Konkurrenzkampf, weil Teamarbeit” und “für Frau gefährliche Erwachsenenbildung wegen Fahrten”.
Das Motiv “ ökonomische und interessengeleitete Erwachsenenbildungs-Begründung ” mit den Argumentationen “Erwachsenenbildungs-Beginn weil finanzielle Notwendigkeit” und “Erwachsenenbildung zugeneigt weil Sprachliches”. Das Motiv “ nicht Schulbereich - Begründung ” mit den Argumentationen “nicht Schulbereich weil keine Ellbögen” und “nicht Schulbereich weil Konkurrenzkampf, weil nicht Teamarbeit”. Das Motiv “ dieser leichte Druck von außen, bin’s dann angegangen (Bedürfnis nach Hilfestellung) ” mit der Coda (zur Geschichte “Musik oder Studium, Entscheidung durch Schulmann”) “leichter Druck von außen + Lachen”, mit dem biographischen Kommentaren “nicht gewußt wie Studieren anstellen”, “von Person in Erwachsenenbildungsbereich geschubst” und “Freiheit hat W54 immer gefreut” und der Argumentation “väterliche Vorbereitung auf Aufnahmeprüfung: geduldig aber gutmütig”. Das Motiv “ Selbstbeschränkung in Leistungsbenennung und Leistungsangebot ” mit den biographischen Kommentaren “als Erwachsenenbildnerin sich nicht angeboten, einfach zukommen lassen”, “Erwachsenenbildung nur im Hobbybereich und mit einschätzbarem Risiko”, “in Erwachsenenbildung und Schule nicht stehenbleiben wollen” und “weil ich das immer für mich behalten hab”.
Das Motiv “ selbstverständlich nicht zugetraut (hoher Selbstanspruch nur als Professionistin) ” mit den biographischen Kommentaren “als Erwachsenenbildnerin gut angekommen”, “Erwachsenenbildungs-Beginn: ich hab mich nicht schwergetan”, “sich Erwachsenenbildnerin selbstverständlich nicht zugetraut” und “von Person in Erwachsenenbildung-Bereich hineingeschubst”.
Das Motiv “ Paralleljobbewältigung mit Schöpfen aus Tätigkeit und Hilfe anderer ” mit den Argumentationen “Verständnis des Mannes erwähnen müssen”, “Großmutter war bei Kindern große Hilfe” und “kann so viel machen, weil ich aus der Tätigkeit schöpfe”. Das Motiv “ wo ich niemandem Rechenschaft schuldig bin (Aufstieg in Erwachsenenbildung) Ungebunden bleiben ” mit den biographischen Kommentaren “unterschiedlicher Art gearbeitet in Erwachsenenbildung aber immer ungebunden”, “jetzt erst recht Erwachsenenbildung weil nicht Schulbereich” und “lieber selbst mehr Arbeit als Gremien”. Das Motiv “ wo man dieses hätte nützen könne (weiterer Aufstieg - bis heute unrealisierter) ” mit den biographischen Kommentaren “jetzt erst recht Erwachsenenbildung weil nicht Schulbereich” und “lieber selbst mehr Arbeit als Gremien”. Das Motiv “ sanfter Ausstieg (geplanter Berufsausstieg) ” mit den biographischen Kommentaren “solange meine Kräfte, Arbeit und Hobby kaum trennen”, “Erwachsenenbildungs-Ausstieg nicht schaffen, Erwachsenenbildung ist bekannt” und “Erwachsenenbildung würde abgehen, sanfter Ausstieg, Schule im Jahr 2000, Erwachsenenbildung weiter”.
Das Motiv “ Heute: Arbeit wird Hobby, Erreichtes ist ok ” mit den biographischen Kommentaren “was ich mache ist mein Leben” und “solange meine Kräfte, Arbeit und Hobby kaum trennen”.

Das Leitmotiv “ LEISTUNG: AUFHOLEN ” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ durchgesetzt und überholt; aufgeholt und integriert; kein Weiterstudium ” mit der Coda “ich hab mich dann auch durchgesetzt”, den biographischen Kommentaren “Überholen der älteren Schwester”, “den Mittelschülern in LBA voraus sein”, “noch keine Studienabsicht, LBA gut abgeschlossen, Entwicklung aufgeholt, Integriertsein” und “in LBA aufgeholt was zuerst eingespart” und den Argumentationen “Elternentscheidung weil: ihr Berufsziel Lehrerin; sie als Zugpferd”, “Überholen der Schwester weil Lernvorteile” und “regelmäßig schloß W54 nun die LBA ab (nicht mehr nachzüglerisch)”. Das Motiv “ Startnachteile” mit den biographischen Kommentaren “nachträgliche Analyse: unbewußter Drang leistungsfähig und nicht Jüngere zu sein” und “verstecktes Konkurrieren mit älterer Schwester”. Das Motiv “ Kompensation der Startnachteile” mit der Coda (zur Geschichte “Jüngste sein, Prüfungspräsident: Klasse verfehlt?”) “so - jetzt erst recht, ich werd’s dir schon zeigen”, den biographischen Kommentaren “krankheitshalber in 4. Volksschule ist Pech oder Glück”, “eigener Wunsch: Mittelschule nach 4. Klasse”, “nachträgliche Analyse: unbewußter Drang leistungsfähig und nicht Jüngere zu sein”, “sie, ihre Schwester, Beurteilungen, Elternhaus, Auseinanderentwicklung” und “verstecktes Konkurrieren mit älterer Schwester” und die Argumentationen “früherer Mittelschulübertritt weil durch Vorbereitetwerden der Schwester neugierig gemacht”, “väterliche Vorbereitung auf Aufnahmeprüfung: geduldiger aber gutmütiger” und “Wille, sich trotzdem durchzusetzen + Alleingang weil: entwicklungsmäßiger Rückstand”. Das Motiv “Kompensation der Startnachteile ist mit dem nicht unter den Leitmotiv “Leistung: Aufholen” subsumierten Motiv “leistungsfähig sein” (siehe unten) verbunden.
Das Leitmotiv “ LEISTUNG: AUFSTIEG ” enthält folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ Aufstiegswunschbegründung Interesse = ausblendend ” mit der Argumentation “mehr machen wollen, weil Interesse (weil Aufstiegswille)”. Das Motiv “ Erfolgsbegründung Förderung und Bildungsvorteil verdeckt Eigenleistung ” mit den Argumentationen “in Schule alle Geschwister nicht schwer getan”, “sprachlicher Bereiche macht keine Schwierigkeiten denn Buchklima”, “Überholen der Schwester denn Lernvorteil” und “Vorsprung über LBA-Mitschüler wegen humanistischem Gymnasium”. Das Motiv “ leistungsfähig sein ” mit den Argumentationen “Überholen der Schwester weil Lernvorteile”, “Vorsprung über LBA-Mitschüler wegen humanistischem Gymnasium” und “Studium in kurzer Zeit abgeschlossen”. Das Motiv “ mehr machen (Aufstieg) ” mit den biographischen Kommentaren “ich möchte mehr machen (nicht nur fixe Stelle)”, “in Erwachsenenbildung und in Schule nicht stehenbleiben wollen” und der Argumentation “mehr machen wollen weil Interesse (weil Aufstiegswille)”. Das Motiv “ Risikobereitschaft zu Alleingang (Uni), Erwachsenenbildungs-Expansion ” mit den biographischen Kommentaren “Risikobereitschaft, Alleingang bei Uni-Aufnahmeprüfung”, “Erwachsenenbildung nur in Hobbybereich und mit einschätzbarem Risiko” und “Risiko angreifen, weil es zwang zu Neuem” und den Argumentationen “gewagte Aufnahmeprüfung” und “für Frau gefahrvolle Erwachsenenbildung wegen Fahrten”.
Das Motiv “ verstecktes Konkurrieren / Mehrleisten, Alleingang ” mit den biographischen Kommentaren “verstecktes Konkurrieren mit älterer Schwester”, “Risikobereitschaft, Alleingang bei Uni-Aufnahmeprüfung”, “Uni-Aufnahmeprüfung: kein Erfolg versprochen, keine Blamage möglich” und “ Studium im Alleingang, ohne Unterstützung und Bekanntgabe”.

M53: Bergbauernhof, Bildung, Aufstieg, Ausland und Autonomie

Beschreibung und Diskussion der Themen
Das Thema “ Bergbauernhof, Vater hat Hof / Patriarchalität ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “geboren, Bergbauernhof”, “Vater hat Hof” und “Hof zusammenarbeitend bewirtschaftet”. Das Thema “ Geschwister 9 minus 3 ” enthält folgende Beschreibung: “Geschwister: 9 minus 3”. Das Thema “ Distanz zu Elternhaus / Eltern ” enthält folgende Beschreibung: “Lehrer: talentiert ist er schon”.

“Unter solchen Bedingungen wurde das Kind sehr früh aus der Obhut der eigenen Familie entlassen, selbst wenn es später, erwachsene geworden, wieder dahin zurückkehren sollte, was nicht immer der Fall war. Die Familie konnte also damals kein Nährboden für eine tiefe gefühlsmäßige Verbundenheit zwischen Eltern und Kindern abgeben. Das bedeutete nicht, daß die Eltern ihre Kinder nicht liebten, doch beschäftigten sie sich mit ihnen weniger um ihrer selbst, um der Neigung willen, die sie ihnen entgegenbrachten, als in Hinblick auf die Teilnahme dieser Kinder am gemeinsamen Schaffen, an der Sicherung der Familie. Die Familie war eher eine moralische und gesellschaftliche Realität als eine psychische.” (ARIES 1994, 598f)

Weniger Emotionalität in der Familie und mehr bzw. eine selbstverständlicher hingenommene Mobilität der Kinder aus der Familie heraus, eine Situation, die sich auch in der Ursprungsfamilie von M53 wiederfindet, wenn auch das Verlassen der Familie dann später nicht wegen eines Lehrverhältnisses geschehen wird, sondern wegen des Schulbesuchs. Und den Volksschulbesuch aller seiner Geschwister findet M53 erwähnenswert.
Das Thema “ schuleschickende Eltern ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Eltern schicken Kinder in Volksschule” und “wohin studieren gehen? Eltern erkundigen sich”. Das Thema “ ökonom. Situation, soziale Position, (nicht-) Wissen ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “geboren, Bergbauernhof”, “Hof zusammenarbeitend bewirtschaftet”, “wohin studieren? Eltern erkundigen sich”, “Studierengehen: nur Hotelierssöhne” und “Unwissenheit der Eltern, Angewiesenheit auf und Entscheidung durch Pfarrer, Lehrer”.
Das Thema “ Überleben” enthält folgende Beschreibung: “Hof zusammenarbeitend bewirtschaftet”.

38 (...) das war ein
39 kleiner Hof auf sechzehnhundert Meter und darüber hinauf, und ich
40 kann mich halt erinnern wir haben halt alle zusammenarbeiten
41 müssen wir haben im Sommer alle Kinder mit den Eltern auf dem Hof
42 den Feldern gearbeitet, um eben soviel zusammenzubringen daß, über
43 die Kühe und die Kälber die der Vater gehabt hat und den Schafen
44 daß wir überlebt haben wir waren, sechs Kinder sind wir, aber drei
45 Kinder sind schon klein an Krankheit und so gestorben damals (...)
Das Thema “ Volksschule” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Eltern schicken Kinder in Volksschule”, “Volksschule”, “Volksschulsystem”, “die 5. Klasse nicht 2 mal machen” und “Aufnahmeprüfung eine Woche lang; Mittelschulbewilligung”. Das Thema “ Entscheider, Berater, Informant; # Unsicherheit / Verantwortung ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Hof zu klein für alle, Eltern beobachten, Eltern: Beruf erlernen! Geschwisterfolge”, “Lehrer: talentiert ist er schon”, “Graphologe” und “Erkundigungen über, Auseinandersetzung mit, Entscheidung für Universität”.
Das Thema “ Angebote” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Hof zu klein für alle, Eltern beobachten, Eltern: Beruf erlernen! Geschwisterfolge”, “Eltern: studierengehen / Mittelschule? Studierengehenwollen! bestimmte Noten! dabeibleiben!”, “Priesterweihe, Pastoraljahr, Kooperator, weiterzustudieren” und “Bischof sucht jungen Geistlichen, nur M53 sagt zu”.

Das Oberthema “ (VORGEGEBENES) LEBENSLAUFMUSTER FüR EXILLADINER KONTRA (EIGENER) AUFSTIEG / LEBNSWEG beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Studierengehen = Lebenslaufmuster für Exilladiner ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Studierengehen, Mittelschulemachen” und “Mittelschule, Lyzeum, Stadt1, Schule1”. Weiters sind in diesem Thema noch der biographische Kommentar “Zukunftswünsche Lehrer, Studieren, Priester” und die Argumentation “nichts gegen Priester gehabt” enthalten.

“Wie wir heute unser Leben und Zusammenleben als Feld von Planung und Verwirklichung sehen, ist durchaus nicht überzeitlich universal oder gar natürlich. (...) Idealtypisch waren in vormoderner Zeit für Heranwachsende bestimmte Lebenswege traditional vorgezeichnet. Aus diesem kulturellen Vorrat konnten nur wenige wirklich wählen; die meisten sahen nicht einmal Alternativen zu dem Leben, in das sie hineinwuchsen. Das gilt übrigens nicht nur für Unterschichten, sondern man denke etwa auch an Adelshäuser, an Geschäftshäuser, an Bauernhäuser: Das Haus – vor allem wenn darin Besitz und Generationsfolge zusammengedacht waren – ‚hatte‘ die Menschen, und die Individuen füllten ihre Plätze und Aufgaben aus. Sie ‚ver-körperten‘ zeitweise den Besitz und das Geschlecht, darin gingen ihnen andere voraus, und andere folgten ihnen.” (BLAUMEISER 1994, 13)

Das Thema “ Pusterer, Vinschger, ...; verschiedene Kulturen ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “ladinische Heimat, deutschsprachiges Ausland, verschiedene Dialekte, offizielles Deutsch” und “Studium in Stadt7: verschiedene ..., buntes Bild”.
Das Thema “ nicht bleiben dürfen = DER Grund ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Hof zu klein für alle, Eltern beobachten, Eltern: Beruf erlernen!, Geschwisterfolge”.
Das Thema “ Mittelschule” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Aufnahmeprüfungssystem”, “Studierengehen heißt Mittelschulemachen”, “Mittelschule nur im Ausland”, “Pfarrer hilft bei Mittelschuldokumenten”, “Aufnahmeprüfung eine Woche lang; Mittelschulbewilligung”, “Mittelschule, Stadt1”, “Mittelschule, Lyzeum, Stadt1, Schule1”, “ladinische Heimat, deutschsprachiges Ausland, verschiedene Dialekte, offizielles Deutsch”. Das Thema “ Ausland, Fremdsein: Folge der Angebotsannahme; ladinisch ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Studierengehen heißt Mittelschulemachen”, “Mittelschule nur im Ausland”, “es hat geheißen studieren OK, dann: Aufnahmeprüfung, Nachsitzen, Schule” und “ladinische Heimat, deutschsprachiges Ausland, verschieden Dialekte, offizielles Deutsch”.
Das Thema “ lieber italienische Mittelschule - nachträglich ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Diskriminierung gespürt haben”, “wohin studieren? Eltern erkundigen sich”, “Unwissenheit der Eltern, Angewiesenheit auf Entscheidung durch Pfarrer, Lehrer”, “Deutsch-Nachhilfestunden durch Pfarrer”, “Stadt7 weniger Ausland weil Seelsorge und Italienisch in Schule”, “Stadt7 weniger Ausland ... als von ladinischem Dorf, Italienisch kein Problem”, “Aufnahmeprüfungs-Mitschüler”, “Mittelschule, Stadt1”und “ladinische Heimat, deutschsprachiges Ausland, verschieden Dialekte, offizielles Deutsch”.
Das Thema “ Hilfe und Nachhilfe ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Unwissenheit der Eltern, Angewiesenheit auf und Entscheidung durch Pfarrer, Lehrer”, “Lehrer und Pfarrer haben geholfen”, “Pfarrer hilft bei Mittelschuldokumenten”, “es hat geheißen studieren OK, dann: Aufnahmeprüfung, Nachsitzen, Schule”, “Italienischunterricht und Fächer vertieft”, “Deutsch-Nachhilfestunden durch Pfarrer”, “Aufnahmeprüfung eine Woche lang; Mittelschulbewilligung”.
Das Thema “ Aufnahme-, Abschluß-Prüfung, -Arbeit ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Aufnahmeprüfung eine Woche lang; Mittelschulbewilligung”, “Staatsmatura” und “Doktorat, Tesis, Titel, Vizediözesanassistent, Diözesanassistent”.
Das Thema “ Erlaubnis / Bedingungen + Rechenschaft ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Eltern: studierengehen / Mittelschule? Studierengehenwollen! bestimmte Noten! dabeibleiben!”, “es hat geheißen studieren OK, dann: Aufnahmeprüfung, Nachsitzen, Schule”, “Prozeß vom Regens, Professoren, mitverantwortet, begleitet, Rechenschaft ablegen”, “Bedingungen für Studium: Stadt7, Stelle in Organisation1, Doktoratsabschluß” und “in Ferien immer Kontakt mit Bischof”. [23]
Das Thema “ Übergänge, fließende ” enthält folgende Beschreibung: “Doktorat, Tesis, Titel, Vizediözesanassistent, Diözesanassistent”, außerdem beinhaltet dieses Thema den biographischen Kommentar “Zukunftswünsche Lehrer, Studieren, Priester”.
Das Thema “ Priesterseminar” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Graphologe”, “Philosophie und Theologie gemacht”, “bleibe ich / man oder gehe ich / man”, “Prozeß vom Regens, Professoren, mitverantwortet, begleitet, Rechenschaft ablegen” und “Priesterweihe, Pastoraljahr, Kooperator, weiterzustudieren”.
Das Thema “ Priesterweihe, Pastoraljahr, Kooperator ” enthält folgende Beschreibung: “Priesterweihe, Pastoraljahr, Kooperator, weiterzustudieren”.
Das Thema “ Entscheidung, eigene ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “bleibe ich / man oder gehe ich / man” und “Erkundigungen über, Auseinandersetzungen mit, Entscheidung für Universität”.
Das Thema “ lernen müssen ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Italienischunterricht und Fächer vertieft”, “Philosophie und Theologie gemacht” und “Englisch lernen müssen”.
Das Thema “ Universitätsstudium” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Bischof sucht jungen Geistlichen, nur M53 sagt zu”, “Bedingungen für Studium: Stadt7, Stelle in Organisation1, Doktoratsabschluß”, “Erkundigungen über, Auseinandersetzung mit, Entscheidung für Universität1”, “Universitätsstudium”, “Studium in Stadt7: verschieden ..., buntes Bild”, “Englisch lernen müssen”, “in Ferien immer in Kontakt mit Bischof” und “Doktorat, Tesis, Titel, Vizediözesanassistent, Diözesanassistent”. Das Thema “ Lernen, eigenes ” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Philosophie und Theologie gemacht”.
Das Thema “ Aufstieg, erreichter ” faßt zusammen: die Coda “Volksschulbesuch wie alle”, den biographischen Kommentar “Spezialstudium - Entscheidung”, die Argumentationen “Priesterentscheidung” und “Priester - Diözesanassistent - Vergleich”.
Das Thema “ Diözesanassistent” faßt folgende Beschreibungen zusammen: “Doktorat, Tesis, Titel, Vizediözesanassistent, Diözesanassistent” und “Diözesanassistent”.

Das Oberthema “ VON AUSFüLLEN / RECHENSCHAFT ZU ERFINDEN / EIGENVERANTWORTLICHKEIT ” beinhaltet folgende Themen (und Motive): “ meine Aufgabe selbst erfinden (s.u.)”.
Beschreibung und Diskussion der Motive
Das Motiv “ ich nicht äh notwendig war ” enthält folgenden biographischen Kommentar: “am Hof nicht notwendig sein”. Das Motiv “ Bildungs - Benachteiligung nicht Angesehener ” enthält den biographischen Kommentar “Studierengehen: nur Hotelierssöhne” und die Argumentation “Bauernsöhne gegenüber Hotelierssöhnen benachteiligt”. Das Motiv “ Diskriminiertsein als Ladiner ” enthält den biographischen Kommentar “Diskriminierung gespürt haben” und die Argumentationen “deutschsprachiges Ausland, Ausland weil Diskriminierung und Ausgelachtwerden” und “diskriminierte Krautwalsche, ladinisches Politikum”. Das Motiv “ nicht ungern Schule gegangen ” enthält den biographischen Kommentar “mir hat Schulegehen mehr gepaßt, studieren geht schon gut”. Das Motiv “ Entscheidung, eigener - Stützen dafür ” enthält folgende biographische Kommentare: “Berufsentscheidung: Sprachen, Unterricht / Lehrer, weiterstudieren, Priesterseminar anfangen” und “schwer auszustehende Entscheidung, Entscheidungskriterien; auch heute noch Problem”.

Das Leitmotiv “ AUTONOMIE (# VERLAUFSKURVE) beinhaltet folgende Motive (und Themen): Das Motiv “ Entscheidung, eigene ” enthält folgende biographischen Kommentare: “Matura: Sorge ums Schaffen, Staatsmatura”, “Berufsentscheidung: Sprachen, Unterricht / Lehrer, weiterstudieren, Priesterseminaranfangen”, “ich kann schon bleiben”, “schwer auszustehende Entscheidung, Entscheidungskriterien; auch heute noch Problem”, “Priester-Berufsentscheidung”, “Studium interessiert persönlich” und “Spezialstudium - Entscheidung”. Weiters enthält dieses Motiv noch die Argumentationen “Priesterentscheidung” und “Priester - Diözesanassistent - Vergleich”. Das Motiv “ Eigenmächtigkeit bis Genuß ” enthält folgende biographischen Kommentare: “Studium: schöpferische Pause”, “Studium in Stadt7 als riesige Möglichkeit und Auszeichnung”, “Studium: neues Fach für Theologen interessant” und “Stadt7 in dem Alter ein Genuß”.

Das Motiv “ Zufriedenheit (nach eigener Entscheidung) ” enthält folgende biographischen Kommentare: “Priesterseminar hat gepaßt” und “ich kann schon bleiben”. Das Motiv “ ich haben nicht gewußt, was das heißt jetzt ” enthält folgende biographischen Kommentare: “studieren gehen war für mich Schule gehen”, Stadt7, Uni1: auch “drauflos hinuntergefahren” und “Stadt7 weniger Ausland ... als von ladinischem Dorf, Italienisch kein Problem”. Das Motiv “ alles fremd, schwierig, ‚zu jung‘ ” enthält folgende biographischen Kommentare: “Mittelschule und Stadt1 war neu; fremde Sprache und Ordnung”, “Mittelschule: mühevolle erste Jahrgänge für Ladiner”, “Schulfächerterminologie nicht verstanden” und “Mittelschule zu jung”.
Das Motiv “ kein Heimweh ” enthält den biographischen Kommentar “nicht Heimweh gehabt” und die Argumentation “nicht Heimweh gehabt weil aus großer Familie”. Das Motiv “ Aufstieg” enthält folgenden biographischen Kommentar: “Matura: Sorge ums Schaffen, Staatsmatura”. Das Motiv “ Übergang, betont müheloser (= potentiell mühevoller) ” enthält die Coda “ohne mühsam mit der Stelle in Stadt2 angefangen”. Das Motiv “ aufschlußreiche Vielfältigkeit ” enthält die Coda “buntes Bild war aufschlußreich”. Das Motiv “ Lebenslauf” enthält die Coda “das wäre der Lebenslauf” und den biographischen Kommentar “im Leben normal zugegangen”. Das Motiv “ meine Aufgabe selbst erfinden ” enthält die Coda “interessante Aufgabe” und die Argumentationen “Diözesanassistent - Definition” und “Priester - Diözesanassistent - Vergleich”.
Das Motiv “ Arbeitsbereich, vielfältiger, fortschrittlicher ” enthält die Argumentationen “Diözesanassistent: Beauftragung, Aufgaben, Tätigkeiten; RAI”, “Diözesanassistent - Definition” und “Priester-Diözesanassistent-Vergleich”. Das Motiv “ Christliche Soziallehre ” enthält die Argumentationen: “Diözesanassistent: Beauftragung, Aufgaben, Tätigkeiten; RAI” und “Priester - Diözesanassistent - Vergleich”. Das Motiv “ Minderheitenmentalität dezidierte, ladinische ” enthält die Argumentation “gesunde normale lebensfähige ladinische Minderheitenmentalität”.

M42: Konfrontation, Autoritäten, Organisieren, Verändern

Beschreibung und Diskussion der Themen
Das Oberthema “ WECHSEL ALS AUSWEG beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ auf die Schnauze fallen ” mit den Beschreibungen: “Lehrer: Auseinandersetzung; Schulwechsel” (nach der vierten Volksschulklasse), “nach Hause geschickt” (aus Internat1). Das Thema “auf die Schnauze fallen” enthält auch noch die biographischen Kommentare “anderen wenig zugetraut, unfair, autoritär, überheblich, arrogant” (M42: “in jungen Jahren”) und “Eltern brechen Eigensinn nicht”. Das Thema “ Wechsel” mit den Beschreibungen: “Lehrer: Auseinandersetzung; Schulwechsel” (nach der vierten Volksschulklasse), “nach Hause geschickt” (aus Internat1) und “Auslandserfahrung, Weiterbildungen” (Konkurs des Vaters, “Sinnsuche”).

Das Oberthema “ VON DER MUTTER ZUM VATER ZUM ‚VATERSEIN‘ beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Mutter” faßt alle Codes zusammen, die Paraphrasen enthalten, in denen M42 von seiner Mutter erzählt: Die Beschreibung “Ursprungsfamilie”, die Geschichte “Mathematik für Rodeln”, die Beschreibung “Lehrer: Auseinandersetzung, Schulwechsel”, die Geschichte “keine Mädchen, Heimweh, destruktiv gegen Regens”, und die Geschichten “Elternsprechtage” und “Gedicht für Führungsposition” und die Argumentation “Großfamilie”. Das Thema “ Vater, Direktor, Professoren, Birkenbihl ” faßt alle Codes zusammen, die Paraphrasen enthalten, in denen M42 von seinem Vater erzählt: Die Beschreibung “Ursprungsfamilie”, den biographischen Kommentar “Erziehung strenge und liberale”, die Beschreibung “Handelsschule: alles Sechser ... Direktor”, die Geschichten “Elternsprechtage” und “Vater: ‚bisch durchgfolln‘”, die Beschreibungen “Studentenführer; bestimmt was läuft / wer mitfährt; Schulunterricht genossen”, “Sympathieebenen, motiviert werden / Ehre / Verantwortung; Maturareise”, “bei (ehrenwertem) Direktor sich beklagen”, den biographischen Kommentar “Autorität sich verdienen, kaum herausfordernde Profs, geschätzte Profs, Unternehmer”, die Geschichte “Konkurs des Vaters, Schuldenübernehmen”, die Beschreibung “Auslandserfahrung, Weiterbildungen”, den biographischen Kommentar “Ausgewogenheit Freizeit-Familie-Beruf, Leben zeichnet beruflichen Werdegang”, die Beschreibungen “Mitarbeiterausbildung” und “Ausbildungen: NLP, Moderator, Präsentator bzw. Lehrer sein” und die Argumentationen “Großfamilie” und “Minderwertigkeit”. Das Thema “‚ Vatersein‘ (= Leadersein) ” mit der Geschichte “Konkurs des Vaters, Schuldenübernehmen”, den Beschreibungen “Ausbildungen: NLP, Moderator, Präsentator bzw. Lehrer sein”, “Mitarbeiterausbildung”, “Samstagnachmittag mit Schülern und Lehrern” und den Argumentationen “Minderwertigkeit”, “Mitarbeiterweiterbildungskosten, eigensinnig, weitergeben, sich überflüssig machen, Interdependenz” und “Wirtschaft, Faszination”,
Das Thema “ Autonomie vor Autorität ” mit den Geschichten “Mathematik für Rodeln” und “Elternsprechtage”, der Beschreibung “Studentenführer; bestimmt was läuft / wer mitfährt; Schulunterricht genossen”, der Geschichte “Professor schaut beim Fenster hinaus” und den Argumentationen “Schule, Pilotprojekte, Lehrer in Coachrolle” und “Mitarbeiterausbildungskosten, eigensinnig, weitergeben, sich überflüssig machen, Interdependenz”.

Das Oberthema “ AUTORITäT UND LEISTUNG beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Konfrontation mit Autorität suchen ” mit folgenden Codes: Dem biographischen Kommentar “Schule lebensprägende”, der Geschichte “Lehrerin angepfiffen”, der Beschreibung “Lehrer: Auseinandersetzung; Schulwechsel”, der Argumentation “Inernat1: Gründe” der Geschichte “keine Mädchen, Heimweh, destruktiv gegen Regens”, der Beschreibung “68er, auf Straße gegangen wegen Unrechtem von Professor”, dem biographischen Kommentar “gegen Einfrontenunterricht”, den Geschichten “Sätze fertiggemacht”, “Elternsprechtage”, “Professor schaut beim Fester hinaus”, dem biographischen Kommentar “Autorität sich verdienen, kaum herausfordernde Professoren, geschätzte Professoren, Unternehmer”, der Beschreibung “Berufsschule”, dem biographischen Kommentar “Eltern brechen Eigensinn nicht” und der Beschreibung “Werbeabteilung eingeschalten”.
Das Thema “ Verantwortungsübernahme” mit der Geschichte “Elternsprechtage”, den Beschreibungen “Studentenführer bestimmt was läuft / wer mitfährt; Schulunterricht genossen” und “Sympathieebenen, motiviert werden / Ehre / Verantwortung; Maturareise und der Geschichte “Konkurs des Vaters, Schuldenübernehmen”.
Das Thema “ Gunst gewinnen, des Vaters, als Jüngster” mit dem biographischen Kommentar “Erziehung strenge und liberale”, der Argumentation “Internat1: Gründe”, der Geschichten “Elternsprechtage” und “Vater: ‚bisch durchgfolln‘”, der Coda “das hat mich irritiert”, den Beschreibungen “Studentenführer; bestimmt was läuft / wer mitfährt; Schulunterricht genossen”, “Sympathieebene, motiviert werden / Ehre / Verantwortung; Maturareise” und “bei (ehrenwertem) Direktor sich beklagen”, der Coda “an der Nase herumgeführt”, der Geschichte “Professor schaut beim Fenster hinaus”, der Argumentation “Mitarbeiterweiterbildungskosten, eigensinnig, weitergeben, sich überflüssig machen, Interdependenz” und den Beschreibungen “Mitarbeiterausbildung” und “Berufsschule”.
Das Thema “ Autoritäten (Autonomie, Sympathie, Ehrfurcht) und Leistung / Hinausgehen ” mit den Beschreibungen “Studentenführer; bestimmt was läuft / wer mitfährt; Schulunterricht genossen”, “Sympathieebenen, motiviert werden / Ehre / Verantwortung; Maturareise”, “Universität, Durchmarsch, freier Mitarbeiter, Studienassistent, Organisation1” und “Organisation1”, der Coda “wir haben was bewegt”, dem biographischen Kommentar “Autorität sich verdienen, kaum herausfordernde Professoren, geschätzte Professoren, Unternehmer” und der Beschreibung “Kontaktaufnahme mit Wirtschaft”.
Das Thema “ gefördert werden (wollen) ” mit der Coda (zur Geschichte “Vater: ‚bisch durchgfolln‘”) “das hat mich irritiert”, dem biographischen Kommentar “Autorität sich verdienen, kaum herausfordernde Professoren, geschätzte Professoren, Unternehmer”, der Geschichte “Professor schaut beim Fenster hinaus”, der Beschreibung “Organisation 1” und der Argumentation “Erwachsenenbildung”.
Das Thema “ Vater ‚gestorben‘ ” mit den Beschreibungen “bei (ehrenwertem) Direktor sich beklagen”, “Ausbildungen: NLP, Moderator, Präsentator bzw. -Lehrer sein”, der Geschichte “Konkurs des Vaters, Schuldenübernehmen” und der Argumentationen “nicht arbeitsteilig Lernen, wesentliche Fähigkeiten!, Cernobil, Schulversuche” und “Betriebsprobleme sind zwischenmenschliche, Ausbildung + Beratung!”
Das Thema “ Schritt für Schritt ” mit der Beschreibung “Universität, Durchmarsch, freier Mitarbeiter, Studienassistent, Organisation1”, dem biographischen Kommentar “Berufsvorstellung nicht Angestellter”, den Beschreibungen “Berufsfindung und sich gezielt ausbilden”, “Auslandserfahrung, Weiterbildungen” und “Beratungsunternehmen eigenes”. Das Thema “Schritt für Schritt” steht im Zusammenhang mit den Motiven “Berufsvorstellungen: nicht nur ...; erst zielsicher –> dann offener” und “erste Erfahrungen, Ausbildungen”.
Das Thema “ Theorie” mit den Beschreibungen “Auslandserfahrungen, Weiterbildungen”, “Ausbildungen: NLP, Moderator, Präsentator bzw. -Lehrer sein”, der Argumentation “Leute ändern durch Zusammenarbeiten, nicht durch Expertise” und der Beschreibung “Berufsschule”. Das Thema “Theorie” steht im Zusammenhang mit den Motiven “Theorie-Sammlung” und “persönliches Konzept aufbauen”.

Das Oberthema “ PEERGROUP, DANN LEADERSEIN beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Führungsposition: Hegemonie ” mit der Geschichte “Konkurs des Vaters, Schuldenübernehmen”, die Coda “Familie zusammenhalten, Stellenwert; menschlich stimmen muß”, den Argumentationen “Erwachsenenbildung” und “Führungsfähigkeiten”.
Das Thema “ Peergroup” mit den Beschreibungen “Küchendienst”, “Schießpulver, Zwiebeln, Nüssen”, “Studentenführer; bestimmt was läuft / wer mitfährt; Schulunterricht genossen”, “68er, auf die Straße gegangen wegen Unrechtem von Professor”, “Sympathieebene, motiviert werden / Ehre / Verantwortung; Maturareise”, der Geschichte “Maturaball”, der Beschreibung “Universität, Durchmarsch, freier Mitarbeiter, Studienassistent, Organisation 1”, “Organisation 1”, der Coda “wir haben was bewegt” und der Beschreibung “Berufsfindung und sich gezielt ausbilden”. Vom Thema Peergroup besteht eine Verbindung zum Motiv “Streiche –> Oberramml, ausgetobt”.
Das Thema “ Autoritäten (Autonomie, Sympathie, Ehrfurcht) und Leistung / Hinausgehen ” (zugehörige Codes sind weiter oben aufgezählt). Das Thema “ ‚Vatersein‘ (= Leadersein) ” (zugehörige Codes sind weiter oben aufgezählt).

Das Oberthema “ (UNBEDINGT) GEHöRT WERDEN WOLLEN beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Gunst gewinnen, des Vaters, als Jüngster ” (zugehörige Codes sind weiter oben aufgezählt). Das Thema “ Führungsposition: Hegemonie ” (zugehörige Codes sind weiter oben aufgezählt). Das Thema “ gehört werden wollen ” mit der Beschreibung “Samstagnachmittage mit Schülern und Lehrern”, der Argumentation “Erwachsenenbildung” und der als Geschichte codierten Interaktion in der Interviewsituation “Interaktion, M42 kümmert sich um das Aufnahmegerät”.
Das Thema “ Alter” mit dem biographischen Kommentar “nicht alt fühlen, solange ich Energie habe” und den Argumentationen “Großfamilie” und “Alte”.

Das Oberthema “ INTEGRATION VON VERHALTENSWEISEN IN DEN BERUF beinhaltet folgende Themen (und Motive): Das Thema “ Konfrontation mit Autorität suchen ” (zugehörige Codes sind weiter oben aufgezählt). Das Thema “ Autonomie vor Autorität ” (zugehörige Codes sind weiter oben aufgezählt). Das Thema “ Gunst gewinnen, des Vaters, als Jüngster ” (zugehörige Codes sind weiter oben aufgezählt).

Das Thema “ biographische ‚Immer‘-Legitimation ” ist in keinem Oberthema integriert und enthält die biographischen Kommentare “Eltern brechen Eigensinn nicht” und “Autorität sich verdienen, kaum herausfordernde Professoren, geschätzte Professoren, Unternehmer” und die Argumentation “nicht arbeitsteiliges Lernen, wesentliche Fähigkeiten, Cernobil, Schulversuche”.
Beschreibung der Motive
Das Motiv “ Eigensinn ausleben dürfen ” faßt zusammen: die biographischen Kommentare “Eltern brechen Eigensinn nicht”, “Erziehung strenge und liberale” und die Argumentation “Mitarbeiterweiterbildungskosten, eigensinnig, weitergeben, sich überflüssig machen, Interdependenz”. Das Motiv “ leistungsfähig; musikalisch ” faßt zusammen: die Geschichte “Mathematik für Rodeln”, die dazugehörige Coda “unter Druck gesetzt - Energie gefunden; gegen Systeme”, und die Beschreibungen: “hochmusikalisch, Solosänger, Mittelohrentzündung”, “Mittelschule3, Musterschüler wird Oberramml”. Das Motiv “ aufgeweckt, rebellisch, unruhig, Gerechtigkeitssinn, gegen Systeme --> destruktiv ” faßt zusammen: die biographischen Kommentare “Eltern brechen Eigensinn nicht”, “Schule lebensprägende”, die Coda “unter Druck gesetzt - Energie gefunden; gegen Systeme”, die biographischen Kommentare “Kind rebellisches”, “Gerechtigkeitssinn”, die Geschichte “keine Mädchen, Heimweh, destruktiv gegen Regens”, die biographischen Kommentare “gegen Einfrontenunterricht”, “Autorität sich verdienen, kaum herausfordernde Professoren, geschätzte Professoren, Unternehmer” und “Ausgewogenheit Freizeit-Familie-Beruf, Leben zeichnet beruflichen Werdegang”. Das Motiv “ nichts getan ” faßt zusammen: die Beschreibung “Mittelschule 3, Musterschüler wird Oberramml”, den biographischen Kommentar “Handelsschule: falsche Schule, gut gepaßt / ausgetobt”, die Beschreibungen “Handelsschule: alles Sechser ... Direktor” und “3. Klasse 2 mal gemacht”. Das Motiv “ Streiche -> Oberramml, ausgetobt ” faßt zusammen: den biographischen Kommentar “Eltern brechen Eigensinn nicht”, die Beschreibungen “Schießpulver, Zwiebeln, Nüsse”, Mittelschule 3., Musterschüler wird Oberramml”, den biographischen Kommentar “Handelsschule: falsche Schule, gut gepaßt / ausgetobt”, die Argumentation “3. Klasse wiederholt weil Oberramml”, und den biographischen Kommentar “Lausbubenmentalität wird organisierter Protest / Schulpolitik / organisatorische Fähigkeiten”. Das Motiv “ motiviert, gefordert werden ” faßt zusammen: die Beschreibung “Sympathieebene, motiviert werden / Ehre / Verantwortung; Maturareise” und den biographischen Kommentar “Autorität sich verdienen, kaum herausfordernde Professoren, geschätzte Professoren, Unternehmer”. Das Motiv “ Sympathie, Ehrfurcht für (manche) Autoritäten ” faßt zusammen: die Beschreibungen “Sympathieebene, motiviert werden / Ehre / Verantwortung; Maturareise”, “bei (ehrenwertem) Direktor sich beklagen” und den biographischen Kommentar “Autorität sich verdienen, kaum herausfordernde Professoren, geschätzte Professoren, Unternehmer”. Das Motiv “ organisieren, hinausgehen, bewegen ” faßt zusammen: den biographischen Kommentar “Lausbubenmentalität wird organisierter Protest / Schulpolitik / organisatorische Fähigkeiten”, die Beschreibungen “68er, auf die Straße gegangen wegen Unrechtem von Professor”, “Studentenführer; bestimmt was läuft / wer mitfährt; Schulunterricht genossen”, “Sympathieebenen, motiviert werden / Ehre / Verantwortung; Maturareise”, die Geschichte “Maturaball”, die Beschreibungen “Universität, Durchmarsch, freier Mitarbeiter, Studienassistent, Organisation1”, “Organisaton1”, die Coda “wir haben was bewegt”, die Beschreibung “Kontaktaufnahme mit Wirtschaft” den biographischen Kommentar “Mittelpunktmensch, Beweger, Leute beeinflussen” und “nicht alt fühlen, solange ich Energie habe”. Das Motiv “ Führungsposition, Mittelpunktmensch, beeinflussen ” faßt zusammen: die Geschichte “Mathematik für Rodeln”, die Beschreibung “Küchendienst”, den biographischen Kommentar “denen werde ich es schon zeigen”, die Beschreibung “Studentenführer; bestimmt was läuft / wer mitfährt; Schulunterricht genossen”, die Geschichte “Gedicht für Führungsposition”, die biographischen Kommentare “Mittelpunktmensch, Beweger, Leute beeinflussen”, “anderen wenig zugetraut, unfair, autoritär, überheblich, arrogant” und die Argumentation “Führungsfähigkeiten”. Das Motiv “ Berufsvorstellungen: nicht nur ...; erst zielsicher --> dann offener ” faßt zusammen: die biographischen Kommentare “Studien-Entscheidung in Mittelschule”, “Berufsvorstellung nicht Angestellter” und die Beschreibung “Berufsfindung und sich gezielt ausbilden”. Das Motiv “ erste Erfahrungen, Ausbildungen ” faßt zusammen: die Beschreibungen “Universität, Durchmarsch, freier Mitarbeiter, Studienassistent, Organisation1”, “Auslandserfahrung, Weiterbildungen”, den biographischen Kommentar “Berufsvorstellung nicht Angestellter” und die Beschreibung “Berufsfindung und sich gezielt ausbilden”. Das Motiv “ hoher Stellenwert der Familie, menschlich stimmen ” faßt zusammen: die Coda “Familie zusammenhalten, Stellenwert; menschlich stimmen muß”, die Argumentation “Betriebsprobleme sind zwischenmenschliche, Ausbildung + Beratung”, den biographischen Kommentar “Ausgewogenheit Freizeit-Familie-Beruf, Leben zeichnet beruflichen Werdegang” die Argumentationen “guter Manager tut etwas an sich” und “Wirtschaft, Faszination”. Das Motiv “ nie Laune, nun viel / wenig verlangen, etwas an / für sich tun ” faßt zusammen: den biographischen Kommentar “Kundmachung, Suchender, Optimist, nie Laune” und der Argumentation “guter Manager tut etwas an sich”. Das Motiv “ Leute überzeugen, verändern, bewegen ” faßt zusammen: die Argumentationen “Leute ändern durch Zusammenarbeit, nicht durch Expertise”, “Berater + Ausbildner!, Moderator, Couch, Begleiter” und “Minderwertigkeit”. Das Motiv “ Suchender, schlüssige Antworten ” faßt zusammen: die biographischen Kommentare “Kundmachungsdrang, Suchender, Optimist, nie Laune”, “fehlenden Mosaikstein gefunden”, “nicht alt fühlen, solange ich Energie habe” und die Argumentation “Alte”. Das Motiv “ persönliches Konzept aufbauen ” beinhaltet den biographischen Kommentar “Ausgewogenheit Freizeit-Familien-Beruf, Leben zeichnet beruflichen Werdegang”. Das Motiv “ Unternehmer, Lehrer, Erwachsenenbildner, Projektersteller, Altenforschungsinstitutsinhaber ” faßt zusammen: die Argumentation “Leute ändern durch Zusammenarbeiten, nicht durch Expertise”, die Beschreibungen “Beratungsunternehmern eigenes”, “Ausbildungen: NLP, Moderator, Präsentator bzw. -Lehrer sein”, die Argumentation “Berater + Ausbildner!, Moderator, Couch, Begleiter”, die Beschreibungen “Berufsschule”, Erwachsenenbildung eigene Tätigkeit”, die Argumentationen “Erwachsenenbildung”, “Schule, Pilotprojekt, Lehrer in Coachrolle!”, “Großfamilie”, “Alte”, “Wirtschaft, Faszination”, und den biographischen Kommentar “Ausgewogenheit Freizeit-Familie-Beruf, Leben zeichnet beruflichen Werdegang”. Das Motiv “ fachliche Positionierung und Konzepte ” faßt zusammen: die Beschreibungen “Beratungsunternehmen eigenes”, “Werbeabteilung eingeschalten”, Erwachsenenbildung eigene Tätigkeit”, die Argumentationen “Erwachsenenbildung”, “Berater + Ausbildner!, Moderator, Couch, Begleiter”, “Betriebsprobleme sind zwischenmenschliche, Ausbildung + Beratung!”, “guter Manager tut etwas an sich”, “Führungsfähigkeiten”, “Psychologe”, “Minderwertigkeit”, “Wirtschaft, Faszination”, die Beschreibung “Berufsschule”, der biographische Kommentar “fehlenden Mosaikstein gefunden”, die Beschreibung “Samstagnachmittage mit Schülern und Lehrern”, die Argumentationen “Schule, Pilotprojekte, Lehrer in Coachrolle!”, “nicht arbeitsteiliges Lernen, wesentliche Fähigkeiten!, Cernobil, Schulversuche”, “Alte”, “Großfamilie” und der biographische Kommentar “Ausgewogenheit Freizeit-Familie-Beruf, Leben zeichnet beruflichen Werdegang”. Das Motiv “ Theorien-Sammlung” faßt zusammen: die Beschreibungen “Auslandserfahrung, Weiterbildungen”, “Ausbildungen: NLP, Moderator, Präsentator bzw. -Lehrer sein”, die Argumentationen “Erwachsenenbildung”, “guter Manager tut etwas an sich”, “Führungsfähigkeiten”, “Wirtschaft, Faszination”, die Beschreibung “Berufsschule”, die Argumentationen “Schule, Pilotprojekte, Lehrer in Coachrolle”, “nicht arbeitsteiliges Lernen, wesentliche Fähigkeiten, Cernobil, Schulversuche” und “Alte”.



[20] “LBA” = Lehrerbildungsanstalt
[21] Dieses Muster der Dominanz von Rollen vor Individualität setzt sich im Bürgertum dann mit der Weitergabe von Wissen fort. Der Hof und das Haus werden durch Wissen ersetzt. Dazu passend ist W54 mit dem Thema “Ursprungsfamilie: mit Berufstradition, Dominanz von Bildung und Schule”. Dieses Einhalten der Berufstraditon steht in krassem Kontrast zu andern Lebensbereichen in denen W54 und schon ihrer Ursprungsfamilie (vielleicht auch milieubedingt) eher “der Zeit voraus” ist. Ein Biographievergleich zwischen M53 und W54 kontrastiert noch einmal deutlicher: M53 beginnt in einer “vormodernen” Ursprungsfamilie und entwickelt sich quasi zu “postmoderner” Individualität, währen W54 in der Ursprungsfamilie” der Zeit voraus” “modern” beginnt, aber die Berufstradition in “vormoderner” Art beibehält.
[22] Biographievergleich: Im Gegensatz zu M42 und W54 und in Übereinstimmung mit W39.
[23] An dieser Stelle wäre übrigens ein Exkurs – würde er nicht den Rahmen dieser Arbeit sprengen – reizvoll, der M53 mit FOUCAULTS “Sexualitätsdispositiv” (vgl. 1983) in Zusammenhang bringt. Die “Reflexivitätsbiographie” von M53 macht nämlich mit dem bergbäuerlichen Ursprung von M53 bis zur heutigen individualistischen Reflexivität von M53 eine Entwicklung durch, die sich quasi parallel zu FOUCAULTs Beschreibung der historischen Entstehung und Entwicklung von kirchlicher Beichte, wissenschaftlicher und pädagogischer Prüfung, bis hin zur heutigen selbständigen Norm-Selbstkorrektur des selbstreflexiven Individuums ausrichten läßt.
[24] Biographievergleich: wie auch für W39.



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